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Industrieelektronik

stromhungrig

Englisch: power-hungry

Von einem Gerät, das eine große Menge elektrischer Energie verbraucht oder benötigt.

stromhungrig: wenn ein Gerät mehr Strom zieht als erwartet

Ein stromhungriges Gerät ist eines, das deutlich mehr elektrischen Strom aufnimmt als vergleichbare Geräte oder mehr als das Netzteil eines Systems ausgelegt ist. In industriellen Anwendungen bedeutet das in der Regel Anlagen, die kontinuierlich mehrere Kilowatt verbrauchen oder während des Hochfahrens oder im Betrieb plötzliche Stromspitzen erzeugen. Der Begriff ist beschreibend gemeint, nicht wertend: Manche Maschinen sind von Natur aus stromhungrig, weil die Arbeit, die sie verrichten, von Grund auf energieintensiv ist.

Elektromotoren sind klassischerweise stromhungrig, besonders drehstromasynchronmotoren über 5 kW. Ein 15-kW-Spindelmotor in einer CNC-Maschine zieht beispielsweise 20 bis 30 A bei Volllast bei 400 V Spannung. Widerstandsheizgeräte, Schweißanlagen und große Kompressoren gehören in die gleiche Kategorie. Selbst moderne Schaltregler für mehrere Leiterplatten können während transienter Vorgänge über 100 A ziehen, wenn sie hochkapazitive Lasten ansteuern.

Warum es in der Praxis wichtig ist

Stromhungrige Anlagen verursachen echte Probleme nachgelagert. Sie können in Verteilerschränken zu Spannungsschwankungen führen, wenn die Versorgungsleitung der Anlage zu klein bemessen ist und andere Maschinen mit stabiler Spannung unterversorgt werden. Sanftanlasser und Frequenzumrichter existieren teilweise genau deshalb, um den Einschaltstromstoß zu begrenzen, wenn stromhungrige Motoren anfahren. Zu dünne Leitungen zu stromhungrigen Geräten werden heiß, und zu schwach dimensionierte Schutzschalter lösen unnötig aus. Manche Betriebe müssen mit ihrem Stromversorger über eine höhere Anschlussleistung verhandeln, nur weil eine neue stromhungrige Maschine installiert wird.

Der Begriff deutet auch auf Wärmeverwaltung hin, denn Stromhungrige Geräte erzeugen proportionale Abwärme. Ein Industrieofen oder Brennofen mit 25 kW muss beispielsweise mit ausreichender Belüftung oder Kühlwasserzirkulation installiert werden. In Rechenzentren treiben stromhungrige Server die Kühlkosten genauso in die Höhe wie die Stromrechnung.

Die Auswahl stromhungriger Geräte erfordert eine ehrliche Bestandsaufnahme der Elektroinfrastruktur des Standorts vor dem Kauf. Datenblätter geben die Leistung in Watt oder Kilowatt an, aber der tatsächliche Einschaltstrom bei Anlauf eines Drehstrommotors kann die Betriebsleistung um das Sechs bis Siebenfache übersteigen, zumindest in den ersten Zyklen. Die Berücksichtigung dieser Spitzenlast verhindert die Enttäuschung, dass eine neue Maschine beim Hochfahren den Hauptschalter auslöst.

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