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Optik und Bildgebung

Spektralfarben

Englisch: prismatic colors

Farben, die sichtbar werden, wenn weißes Licht durch ein Prisma geteilt wird.

Prismatische Farben: das Spektrum, wenn Licht durch Glas gebrochen wird

Wenn weißes Licht durch ein Prisma tritt, verlässt es dieses nicht unverändert. Das Prisma bricht verschiedene Wellenlängen unter leicht unterschiedlichen Winkeln, ein Phänomen, das Dispersion genannt wird. Diese Aufteilung des Lichts in seine einzelnen Wellenlängen erzeugt ein geordnetes Farbband, traditionell als Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett bezeichnet. Das sind die prismatischen Farben, und sie entstehen, weil der Brechungsindex von Glas mit der Wellenlänge variiert. Kürzere Wellenlängen (Blau, Violett) brechen stärker als längere (Rot, Orange).

Der Begriff "prismatisch" bezieht sich streng auf Farben, die durch Brechung in einem Brechungsmedium entstehen, nicht durch Reflexion, Beugung oder Absorption. Ein Prisma funktioniert, weil seine Geometrie das Licht so lenkt, dass es unter Winkeln ein- und austritt, die die Sichtbarkeit des aufgespaltenen Spektrums maximieren. Die Art des Glases ist erheblich: dichtes Flintglas, das Bleioxid enthält, erzeugt eine stärkere Dispersion und ein lebhafteres Spektrum als gewöhnliches Kronglas. Kronglas mit einem Brechungsindex von etwa 1,52 verteilt sichtbare Wellenlängen über eine Winkelauflösung von ungefähr 2 Grad; schweres Flintglas kann über 3 Grad erreichen.

In optischen Instrumenten sind prismatische Farben oft ein Problem und nicht ein gewünschtes Merkmal. Wenn weißes Licht durch eine Linse tritt, führt die Dispersion dazu, dass verschiedene Farben in leicht unterschiedlichen Abständen fokussieren, was zu chromatischen Aberrationen führt. Ein roter Halo kann um helle Objekte erscheinen, versetzt gegenüber blauen und grünen Komponenten. Optische Konstrukteure minimieren dies durch die Kombination von Kron- und Flintglas in achromatischen Doppeln, wobei sich die Dispersionseigenschaften der beiden Materialien über das sichtbare Spektrum gegenseitig aufheben. In der Spektroskopie und Kolorimetrie ist die prismatische Aufteilung aber der ganze Sinn: Spektrometer nutzen Prismen, um Licht zur Analyse aufzuspalten, und die Winkelposition jeder Wellenlänge offenbart die Zusammensetzung der Quelle.

Praktische Überlegungen

Die Reinheit und Sättigung prismatischer Farben hängen vom Prismamaterial und der Lichtquelle ab. Ein schmaler Sonnenlichtkeil erzeugt scharfe, lebhafte Farbstreifen. Breites, diffuses Licht verteilt das Spektrum über eine größere Fläche und reduziert die Sättigung. Staub oder interne Fehler im Glas beeinträchtigen das Spektrum durch Lichtstreuung, daher werden Präzisions-Optikprismen auf eine Oberflächenrauheit unter 20 Nanometern poliert und auf Einschlüsse überprüft. Der Einfallswinkel und die Prismageometrie beeinflussen beide, welche Farben sichtbar sind und wie sie räumlich verteilt werden.

Die Beobachtung prismatischer Farben wurde bereits Jahrhunderte vor der Formalisierung der Spektroskopie als Maßstab für optische Qualität verwendet. Newtons Experimente mit Prismen in den 1660er Jahren zeigten, dass Farbe eine Eigenschaft des Lichts selbst ist, nicht eine Modifikation, die von Materie auferlegt wird. Heute bleibt das Aussehen und die Schärfe des prismatischen Spektrums ein schneller visueller Test für die Qualität von optischem Glas in Herstellung und Inspektion. Prismen werden auch in einigen Kamerasuchern und Periskopen verwendet, um Lichtwege umzulenken und das Spektrum sichtbar zu halten, obwohl moderne Abbildungssysteme sich stärker auf Linsenbeschichtungen und Elementkombinationen zur Kontrolle der Dispersion verlassen als auf die ältere Strategie, sich allein auf das Prisma zu stützen.

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