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Landtechnik

Seilzugpflug

Englisch: pulley-plough

Ein durch Dampfkraft oder Pferdeantrieb betriebenes Pflugzugsystem mit Seil- und Flaschenzugvorteil zur Bodenbearbeitung.

Seilzugpflug: Bodenpflug mit stationärer Zugmaschine und Seilwinde

Ein Seilzugpflug ist ein Pflugverfahren, bei dem eine stationäre Dampfmaschine oder Winde, die am Feldrand verankert ist, einen Pflug über den Boden zieht. Dies geschieht mittels eines Seils oder Stahlkabels, das durch ein Flaschenzugsystem läuft. Anders als eine selbstfahrende Lokomotive bleibt die Maschine an einem Ort fest verankert und zieht den Pflug hin und her über parallele Bahnen. Der Vorteil des Flaschenzugsystems liegt darin, dass kleinere oder leichtere Maschinen auch schwere Böden bearbeiten können, die sonst enorme Zugkraft von Pferden oder einer großen Selbstfahrer erfordern würden.

Das System arbeitet in abwechselnden Durchgängen. Ein Seil oder Stahlkabel verläuft von der Winde über Rollen, die auf einem Gestell am fernen Feldende montiert oder von einem Helfer gehalten werden, und befestigt sich am Pflug. Während die Maschine das Kabel aufwickelt, wird der Pflug zu ihr gezogen; ein zweites Seil zieht ihn dann für den Rückweg zurück, wobei der Bediener ihn leicht anwinkelt, um die nächste Furche zu ziehen. Seilzugpflüge waren besonders in der zweiten Hälfte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Europa und Australien verbreitet, auf Höfen, die zu groß für Pferdegespanne waren, aber in Regionen, in denen Dampfmaschinen praktischer waren als Lokomotiv-Pflüge.

Varianten und Grenzen

Es gibt eine einfachere pferdegezogene Variante mit festem Flaschenzug zwischen zwei Pferdegespannen oder einem Team, das Zugkraft erzeugt. Diese ist jedoch weniger verbreitet. Der Hauptnachteil des Systems ist seine Ortsgebundenheit: Den Verankerungspunkt, das Kabel und die Rollen auf ein neues Feldstück zu verlegen ist aufwendig und macht das Verfahren für kleine Flächen unrentabel. Seildehnungen, Rollenverschleiß und die ständige Spannung in feuchten oder lehmigen Böden erfordern häufige Nachstellungen. Auf Hängen führen ungleiche Zugkraft und Kabelwinkel zu ungleicher Pflugtiefe.

Der Name leitet sich direkt von den Hauptkomponenten ab: die Rolle (ein Rad mit Rille für das Seil) sorgt für mechanischen Vorteil, der Pflug ist das Gerät selbst. Der Begriff ist vor allem in der britischen und Commonwealth-Agrarterminologie gefestigt. Der Seilzugpflug nimmt in der Mechanisierungsgeschichte eine Mittelstellung ein und war fast überall um 1950 überholt, als preisgünstige Selbstfahrer-Einzelpflüge erschwinglich wurden und sich das seilgestützte System bei wechselnden Feldbedingungen als zu umständlich erwies.

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