Untersetzung
Englisch: reduction drive
Vorrichtung, die die Eingangsdrehzahl auf eine niedrigere Ausgangsdrehzahl reduziert und gleichzeitig das Drehmoment erhöhen kann.
Untersetzungsgetriebe: Zahnräder, die Drehzahl gegen Kraft eintauschen
Ein Untersetzungsgetriebe ist eine mechanische Baugruppe, die eine Drehzahleingabe akzeptiert und eine Drehzahl mit niedrigerem Wert abgibt, während gleichzeitig das Drehmoment erhöht wird. Die häufigste Form nutzt ein Paar kämmender Zahnräder, wobei das Eingabegetriebe (Ritzel) kleiner ist als das Ausgabegetriebe und damit einen mechanischen Vorteil schafft. Wenn das Ritzel sich einmal dreht, dreht sich das größere Zahnrad nur um einen Bruchteil dieser Umdrehung, abhängig vom Übersetzungsverhältnis, das als Quotient der Zähnezahl des Ausgabegetriebes zur Zähnezahl des Eingabegetriebes ausgedrückt wird.
Untersetzungsgetriebe finden sich in fast jeder industriellen Anwendung, die eine gesteuerte Kraftübertragung erfordert: Förderanlagen, Extruder, Zementmischer und Getriebe für Elektromotoren, die schwere Lasten antreiben. Ein typischer Elektromotor läuft mit 1800 min⁻¹, muss aber nutzbare Kraft bei 30 min⁻¹ liefern; ein 60:1-Untersetzungsgetriebe überbrückt diese Lücke. Die Wahl des Übersetzungsverhältnisses hängt von den Lastanforderungen und der gewünschten Ausgangsdrehzahl ab, und mehrere Untersetzungsstufen werden häufig übereinander gestapelt, wenn extreme Verhältnisse erforderlich sind.
Der Begriff umfasst mehrere mechanische Varianten über einfache Stirnräder hinaus. Schrägverzahnte Räder bieten glatterere Läufe und höhere Tragfähigkeit als Stirnräder wegen ihrer abgewinkelten Zähne. Schneckengetriebe ermöglichen sehr hohe Übersetzungsverhältnisse in kompakten Bauräumen, allerdings mit geringerem Wirkungsgrad. Planetengetriebe ermöglichen mehrere Kraftwege und werden dort verwendet, wo Bauraum begrenzt ist oder Vibrationen minimal sein müssen. Kegelräder ermöglichen die Winkelkraftübertragung, was bei Anwendungen wie Bohrmaschinen wesentlich ist, wo die Spindelachse senkrecht zur Eingabewelle steht.
Wirkungsgrad und Wärmebewirtschaftung
Kein Untersetzungsgetriebe erreicht einen Wirkungsgrad von 100 Prozent; Energie geht in Reibung zwischen Zahnflanken und in Lagerflächen verloren. Schrägverzahnte und Stirnräder arbeiten typischerweise mit 94 bis 98 Prozent Wirkungsgrad pro Stufe, während Schneckengetriebe auf 50 bis 90 Prozent fallen, abhängig von Geometrie und Schmierung. Ineffizienz zeigt sich als Wärmeerzeugung, die Getriebeöl abbauen und Lager abnutzen kann, wenn die Kühlung unzureichend ist. Industrielle Untersetzungsgetriebe haben oft Ablassöffnungen und sind für Betrieb innerhalb von Temperaturbereichen von 40 bis 100 Grad Celsius unter Normalbedingungen spezifiziert.
Ausfallmodi bei Untersetzungsgetrieben konzentrieren sich auf Zahnverschleiß, Fresstragen oder Grübchenbildung, wenn Lasten die Auslegungsgrenzen übersteigen oder die Schmierung ausfällt. Spiel, die kleine Lücke zwischen kämmenden Zähnen, ist unvermeidlich und kann bei Präzisionsanwendungen zu Vibrationen und Ungenauigkeiten führen; dies wird durch engere Toleranzen, Vorspannung oder Doppelritzel-Auslegungen bewältigt. Der Name Untersetzungsgetriebe spiegelt den grundlegenden Eintausch: Mechanischer Vorteil bedeutet niedrigere Drehzahl, aber proportional höhere Kraft für die Last.