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Maschinenbau

Spreiznuss

Englisch: jack nut

Eine Mutter mit Blechkörper, die sich auf der Rückseite des Lochs pilzförmig ausbreitet, wenn die Schraube eingezogen wird, und so eine Verankerung mit nur einseitigem Zugang ermöglicht; entspricht etwa dem weiblichen Teil eines Dübels.

Spreizdübel: einseitig verankertes Befestigungselement für dünnes Material

Ein Spreizdübel ist ein selbstverrankerndes Befestigungselement, das Blech oder dünne Paneele von einer Seite aus greifen kann. Wenn eine Schraube durch ein vorgebohrtes Loch gedreht wird, spreitet sich die Blechhülse auf der gegenüberliegenden Seite pilzartig aus und erzeugt einen mechanischen Halt, ohne dass die Rückseite zugänglich sein muss. Das macht ihn in beengten Verhältnissen, verschlossenen Hohlräumen und beim Zusammenbau unersetzlich, wo ein Zugriff von hinten unmöglich oder unpraktisch ist.

Der typische Spreizdübel besteht aus einer Metallhülse oder einem Stahlbecher mit Gewinde oder Schlitzbauweise. Beim Anziehen der Schraube drückt der Spreizmantel oder das Schraubengewinde die Metallwände nach außen und spreitet den Dübel gegen das Material. Häufige Werkstoffe sind Baustahl (oft verzinkt), Edelstahl und Aluminium. Die Lochdurchmesser reichen typischerweise von 3,2 bis 12,7 mm, es gibt aber auch größere Ausführungen für schwerere Anwendungen. Die Haltekraft hängt von der Materialdicke ab; dickeres Material verteilt die Last besser, aber Spreizdübel funktionieren auch auf Aluminium, Stahlblech und Kunststoff bis etwa 3,2 mm Dicke zufriedenstellend.

Varianten und Anwendungen

Es gibt mehrere Bauformen. Die häufigste nutzt ein Spreizbündel, das sich beim Eindrehen öffnet, ähnlich wie die Gegenmutter eines Befestigungsankers. Andere verwenden einen Kegel, der Flansche oder Rippen nach außen drückt. Gerippte oder aufgeraute Oberflächen verbessern die Haftung auf glattem Material. In der Luft- und Raumfahrt sowie im Automobilbau reduzieren Spreizdübel das Gewicht gegenüber Durchschraubungen und entfallen Anker- oder Gewindeplatten auf unzugänglichen Flächen. Sie sind Standard in Avionikkästen, Kanälen und Paneelbefestigungen, wo einseitige Montage erforderlich ist.

Ausfälle entstehen durch zu hohes Drehmoment, das die Blechhülse reißt, oder wenn das Material zu dünn ist, um der Spreitkraft zu widerstehen. Überdrehen zerstört die inneren Gewinde. Korrosion zwischen Dübel und Untergrund kann zum Verlust der Vorspannung führen. Vibration und zyklische Belastung können zu allmählichem Lockern führen, wenn die Schraube keine Sicherung hat; viele Spreizdübel werden deshalb mit Nylon-Gewinde- oder deformierten Verschlussschrauben kombiniert.

Der Spreizdübel nimmt eine Mittelstellung zwischen einfachen Flügelmuttern (mit geringem Halt) und Gewindeeinsätzen (die Zugang oder Vormontage erfordern) ein. Er lässt sich schneller einbauen als ein Niet und kostet weniger als das Gewindeschneiden. Der Name rührt von der plötzlichen Spreitwirkung her, obwohl der Mechanismus mechanisches Spreiten und keine hydraulische Kraft ist. Bei Serien- und Großflächenarbeiten oder dichter gepackten Konstruktionen sind Spreizdübel oft die kostengünstigere Lösung.

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