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Optik und Bildgebung

brechen

Englisch: refract

Licht in seiner Richtung ändern, wenn es in ein anderes Medium eintritt.

Refraktion: Licht durch Geschwindigkeitsänderung ablenken

Refraktion ist die Richtungsänderung, die Licht erfährt, wenn es unter einem Winkel aus einem transparenten Medium in ein anderes übergeht. Die physikalische Ursache ist eine Geschwindigkeitsänderung des Lichts zwischen den Medien: Licht breitet sich im Vakuum mit etwa 3 × 10^8 Meter pro Sekunde aus, in Glas aber nur mit 2 × 10^8 m/s und in Wasser mit 2,25 × 10^8 m/s. Wenn ein Lichtstrahl unter schrägem Winkel in ein dichteres Medium eintritt, verlangsamt er sich und biegt sich zur Normalen hin (eine gedachte Linie senkrecht zur Oberfläche). Beim Eintritt in ein weniger dichtes Medium biegt er sich von der Normalen weg. Dieses Verhalten wird durch das Snellsche Gesetz beschrieben: n1 sin(θ1) = n2 sin(θ2), wobei n der Brechungsindex des jeweiligen Mediums ist und θ der Einfalls- oder Brechungswinkel.

Der Brechungsindex eines Materials bestimmt, wie stark es Licht ablenkt. Kronglas hat einen Brechungsindex von etwa 1,52, Flintglas liegt zwischen 1,6 und 1,7, und Diamant erreicht 2,42. Wasser hat einen Wert von 1,33. Materialien mit höheren Brechungsindizes lenken Licht stärker ab, weshalb Diamanten funkeln: Ihr extremer Brechungsindex erzeugt eine starke gerichtete Aufspaltung von weißem Licht in seine Spektralfarben, ein Phänomen namens Dispersion.

Häufige Anwendungen und Ausfälle

Linsen nutzen Refraktion gezielt: Eine gekrümmte Glas- oder Kunststoffoberfläche ist so geformt, dass parallele Lichtstrahlen so refraktiert werden, dass sie sich in einem Brennpunkt vereinigen. Optische Systeme in Kameras, Mikroskopen, Teleskopen und medizinischen Endoskopen hängen alle von präziser Refraktion an mehreren Glas-Luft-Grenzflächen ab. Fertigungstoleranzen sind entscheidend, denn selbst kleine Abweichungen in der Oberflächenkrümmung oder dem Brechungsindex verschieben die Brennweite und beeinträchtigen die Bildqualität. Chromatische Aberration, bei der verschiedene Wellenlängen unter leicht unterschiedlichen Winkeln refraktiert werden, ist eine hartnäckige Herausforderung beim Design von Mehrlinsen-Systemen.

Unerwünschte Refraktion verursacht häufige Probleme in der Abbildung. An der Grenzfläche zwischen zwei transparenten Materialien mit unterschiedlichen Brechungsindizes wird ein Teil des Lichts reflektiert, anstatt durchzugehen, was zu Blendung oder Signalverlust führt. Deshalb werden Antireflexionsbeschichtungen auf optische Oberflächen aufgebracht: Sie verwenden dünne Schichten aus Materialien mit Zwischenbrechungsindizes, um Reflexionsverluste zu minimieren. Luftspiegelungen sind ein extremer Refraktionseffekt, verursacht durch Dichtegra­dienten in der Luft aufgrund von Hitze, die Zonen mit unterschiedlichem Brechungsindex erzeugen.

In Lichtwellenleitern und Bildleiterbündeln wird Refraktion an den Grenzflächen zwischen Kern und Mantel so konstruiert, dass Licht eingegrenzt wird. Ein Quarzglaskern (n ≈ 1,48) umgeben von Mantel mit niedrigerem Brechungsindex (n ≈ 1,46) nutzt Totalreflexion, um das Licht über lange Strecken im Kern zu halten. Jeder Lichtstrahl, der die Kern-Mantel-Grenzfläche in einem steilen Winkel trifft, wird so stark refraktiert, dass er zurückreflektiert wird und das Signal eingegrenzt bleibt.

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