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Maschinenbau

Retarder

Englisch: retarder

Eine Bremsvorrichtung zum Verlangsamen von schweren Lastkraftwagen, Omnibussen und rangierenden Eisenbahnwagen.

Retarder: Motorbremse, die deine Bremsanlage schont

Ein Retarder ist eine Zusatzbremse, die bei schweren Fahrzeugen an oder in das Getriebe oder Antriebsstrang eingebaut ist. Sie nimmt kinetische Energie auf und wandelt sie um, ohne auf die Reibungsbremsen angewiesen zu sein. Bei Lastkraftwagen, Bussen und Lokomotiven in langen Gefällen entsteht durch ständiges Bremsen extreme Hitze. Der Retarder wandelt diese mechanische Energie stattdessen in Flüssigkeits- oder elektrischen Widerstand um und bewahrt damit Bremsbeläge und Bremsscheiben, während die Bremsleistung zuverlässig bleibt.

Es gibt zwei Haupttypen: Hydraulik- und Elektromagnetretarder. Hydraulische Retarder, die älter und immer noch verbreitet, nutzen einen Rotor, der durch zähe Flüssigkeit in einem geschlossenen Gehäuse dreht. Ein erhöhter Flüssigkeitsdruck steigert den Bremseffekt ohne Verschleiß durch Kontakt. Elektromagnetische Retarder arbeiten mit Wirbelströmen, die entstehen, wenn der Rotor ein Magnetfeld durchläuft. Die Bremsleistung wird elektronisch geregelt. Beide Typen sitzen hinter dem Getriebe oder im Antriebsstrang und wirken, sobald der Fahrer die Retardersteuerung aktiviert, normalerweise mit einem Schalthebel oder Schalter unabhängig vom Bremspedal.

Ein Lastkraftwagen in einem 6-Prozent-Gefälle über 20 Kilometer erzeugt so viel Wärmemenge, dass Bremsflüssigkeit kocht und die Bremsen schwach werden, wenn man nur auf Reibungsbremsen setzt. Ein richtig dimensionierter Retarder kann 40 bis 80 Prozent der Bremsleistung in solchen Strecken übernehmen und lässt die Reibungsbremsen für Notbremsungen und zum Kontrollieren des Gefälles bereit. Der Retarder arbeitet nicht, wenn das Getriebe im Leerlauf oder die Kupplung ausgekuppelt ist. Fahrer müssen Bergabfahrten deshalb sorgfältig planen.

Grenzen und Anwendung

Retarder sind auf nassen oder vereisten Straßen problematisch, da Radschlupf während des Bremsens zum Kontrollverlust führen kann. Fahrer müssen die Motorbremswirkung dann verringern. Manche Fahrzeuge verbinden den Retarder mit Motorbremsung durch Zylinderdruck und nutzen so zusätzliche Bremsleistung. Elektromagnetische Retarder sind präziser und erzeugen weniger Abwärmung als hydraulische Typen, kosten aber mehr und erfordern elektronische Steuerung.

Der Begriff Retarder leitet sich von der mechanischen Wirkung ab, etwas zu verlangsamen ohne Reibungskontakt. In Rangiergleisen sind Retarder stationäre Vorrichtungen, die Güterwagen durch Reibung bremsen. Das ist eine andere Technik, aber gleicher Zweck. Für Betreiber schwerer Fahrzeuge ist ein funktionierender Retarder kein Luxus: Er verlängert die Lebensdauer der Bremsanlage um Jahre und kann bei Bergfahrten der Unterschied zwischen sicherer Abfahrt und katastrophalem Bremsausfall sein.

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