Wippschalter
Englisch: rocker switch
Ein elektromechanisches Gerät zur Steuerung elektrischer Stromkreise durch Wippen oder Schwenken eines angelenkten Betätigungselements um eine zentrale Achse, um Kontakte zu verbinden oder zu trennen.
Wippschalter: der Hebel, der Geräte ein- und ausschaltet
Ein Wippschalter ist ein federbelasteter elektrischer Schalter mit einem Hebel oder Knopf, der um einen Mittelpunkt schwenkt. Drückt man auf eine Seite, kippt der Hebel über seinen Drehpunkt und bewegt interne Metallkontakte in oder aus elektrischen Kontakt, wodurch ein Stromkreis geschlossen oder unterbrochen wird. Der Name kommt direkt von dieser Kippbewegung. Die meisten Wippschalter sind entweder Momentschalter (federn beim Loslassen in die Mitte zurück) oder Halteschalter (bleiben in der Position, in der man sie lässt), und es gibt sie in Ausführungen mit einem Pol, zwei Polen und mehreren Schaltstellungen, je nachdem wie viele Stromkreise sie steuern und wie viele Positionen sie bieten.
Wippschalter sind in Industriebetrieben überall anzutreffen, weil sie billig, zuverlässig und einfach zu bedienen sind, auch mit Handschuhen oder nassen Fingern. Ein typischer Wippschalter mit einer Nennleistung von 20 Ampere bei 250 Volt AC kostet je nach Bauart und Haltbarkeit zwischen zwei und acht Dollar. Der Betätigungsmechanismus (der Teil, den man anfasst) besteht meist aus Nylon oder Phenolharz, und die Kontakte sind versilbertes Messing oder vernickelte Kupferlegierung. Das Gehäuse ist normalerweise aus duroplastischem Kunststoff oder Polycarbonat, das Öl, Fett und Temperaturschwankungen aushalten kann.
Varianten und Ausfallarten
Es gibt Wippschalter in beleuchteter Ausführung, bei denen eine kleine LED oder Neonlampe hinter dem Betätigungshebel angebracht ist und aufleuchtet, wenn Strom fließt oder wenn der Schalter in der AUS-Position ist. Wasserdichte Versionen dichten die Schachtöffnung mit Gummimanschetten oder Silikonmanschetten ab, für den Einsatz in Bereichen mit Hochdruckreinigung. Verriegelnde Wippschalter bleiben in der gedrückten Position, bis man sie wieder manuell drückt, nützlich für Umschaltfunktionen. Das häufigste Ausfallproblem ist Kontaktoxidation oder Kontaktpitting: Wenn Stromkreise Jahre lang nahe bei der Schaltleistung Strom führen, wird die Silberbeschichtung auf den Kontakten abgetragen, der Widerstand erhöht sich und der Schalter kann überhitzen oder nicht mehr zuverlässig leiten. Mechanischer Verschleiß kann auch dazu führen, dass die Feder schwächer wird, sodass der Schalter nicht mehr in die Mittellage zurückschnellt.
Wippschalter sitzen auf der Bedienebene von Schaltpulten und tragbaren Geräten. Sie sind mit größeren Schützen, Motoranlassern und Relais verbunden, die tatsächlich Hochleistung handhaben, oder sie steuern 24-Volt-Steuerstromkreise in der Industrieautomation. Ihre einfache Bedienung und ihr niedriger Preis machen sie zur Standardausrüstung bei allem, von tragbaren Elektrowerkzeugen bis zu großen stationären Pressen. Sie haben ältere Kippschalter und Druckknopfkombinationen in modernen Geräten weitgehend verdrängt, weil die Wippkonstruktion schneller zu bedienen ist und intuitiver wirkt, besonders für Bediener, die Schutzbrille oder dicke Handschuhe tragen.