SpracheEnglishDeutsch
Bauwesen

Dachpfette

Englisch: roof-plate

Eine Wandplatte, die die unteren Enden der Dachsparren aufnimmt.

Dachplatte: der Balken, der die Sparren aufnimmt

Eine Dachplatte ist ein horizontales Tragelement, meist ein Holzbalken oder eine verdoppelte Bohle, das auf den Außenwänden eines Gebäudes aufliegt und die unteren Enden (Sparrenfersen) der Dachsparren aufnimmt. Sie verteilt das Gewicht und den Schub des Daches auf das darunter liegende Mauerwerk oder die Holzwand und bietet eine durchgehende Auflagerfläche, an die die Sparren genagelt oder geschraubt werden. Im modernen Hochbau wird sie oft als Top Plate bezeichnet, wenn sie einen Ständerwerkstab krönt, doch der Begriff Dachplatte bleibt in der traditionellen und formalen Baudokumentation erhalten.

Die Dachplatte muss so kräftig ausgebildet sein, dass sie die Drucklast der Sparren und den Schub, den diese ausüben, aufnehmen kann. Sie muss Lasten aus dem Dach sowie Schnee- und Windkräfte vertragen. Im Holzrahmenbau ist sie üblicherweise ein 4 × 6 oder 4 × 8 Zoll (Nennmaß) starker Balken, manchmal verdoppelt für zusätzliche Festigkeit. Im Mauerwerksbau sitzt sie in Mörtel auf der Krone des Stein- oder Ziegelmauerwerks, oft gesichert durch Eisenbänder oder Bolzen, die in das Mauerwerk verankert sind. Die Platte dient auch als Bezugslinie beim Abstecken der Sparrenwinkel und Höhen während der Montage.

Die Dachplatte versagt meist durch Holzverfall an der Stelle, wo sie auf feuchtem Mauerwerk aufliegt, oder durch zu wenige Nägel, wenn Sparren unter Windlast oder Sparrenschub von der Platte abheben. Bei unbewehrtem Mauerwerk kann die Dachplatte die Wand nach außen drücken, wenn die Sparrenfersen mit zu steilem Winkel geschnitten sind oder wenn der Schub nicht durch innere Aussteifung oder Deckenabhänger aufgenommen wird. Aus diesem Grund schreiben Bauordnungen vor, dass Dachplatten in Stein- oder Ziegelbauwerken mit Bolzen oder Bändern gesichert werden müssen, in der Regel alle 1,2 bis 1,8 m, mit einer Verankerungstiefe im Mauerwerk von mindestens 30 cm.

Geschichtliche und regionale Unterschiede

In der viktorianischen und edwardianischen Baupraxis, besonders in Großbritannien und Nordamerika, war eine kräftige Dachplatte ein Zeichen solider Bauweise. In manchen Gegenden, insbesondere wo Holz knapp war oder Brandrisiko hoch, wurden Eisenplatten statt Holz verwendet, oder Holz war mit Kalkputz oder Lehmpackung geschützt. Moderne Handwerker lassen die formale Dachplatte oft weg und lagern die Sparren direkt auf verdoppelten Top Plates auf, aber die Unterscheidung bleibt für Bestandsaufnahmen und beim Studium von Kraftflüssen in älteren Gebäuden nützlich.

Der Begriff steht an der Schnittstelle zwischen Zimmerer- und Maurervokabular. Eine Dachplatte ist das, womit der Sparrenzimmerer arbeitet, wenn er Vogelmaulsägen schneidet und Anstieg und Lauf abzeichnet. Sie ist aber auch die Schnittstelle, die der Maurer korrekt eben und in richtiger Flucht setzen muss. Verwirrung entsteht manchmal, weil Dachplatte und Top Plate ähnliche Funktionen erfüllen, aber je nach Kontext unterschiedlich genannt werden. Beim Plattformrahmenbau ist Top Plate der Standard, während Dachplatte häufiger in Beschreibungen von Sparrenverbindungen im Mauerwerk oder in Pfosten-und-Balken-Konstruktionen auftaucht.

Mehr aus Construction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.