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Landtechnik

Raufutter

Englisch: roughage

Grobes oder faseriges Pflanzenmaterial wie Heu und Silage, das als Tierfutter verwendet wird.

Raufutter: die Faserstoffe, die Wiederkäuer am Laufen halten

Raufutter ist Pflanzenmaterial mit hohem Fasergehalt und niedriger verdaulicher Energie, das zur Ernährung von Nutztieren verwendet wird, besonders von Wiederkäuern. Der Begriff umfasst Heu, Silage, Stroh, Weidegras und verschiedene Ernterückstände. Diese Materialien bilden die Grundlage von Wiederkäuerationen, weil ihre Faserstruktur umfangreiches Kauen und mikrobielle Gärung im Pansen des Tieres erfordert, Prozesse, die für die Erhaltung der Verdauungsgesundheit unverzichtbar sind.

Der Faseranteil in Raufutter besteht hauptsächlich aus Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Heu enthält typischerweise 30 bis 40 Prozent Rohfaser, während Silage je nach Erntezeitpunkt 25 bis 35 Prozent aufweist. Stroh, das sowohl als Einstreu als auch als Zusatzfutter verwendet wird, hat einen höheren Fasergehalt und einen niedrigeren Proteingehalt als Heu, wodurch es weniger nahrhaft ist, aber für Volumen und Pansenausfüllung nützlich. Die Verdaulichkeit von Raufutter sinkt deutlich, je älter die Pflanzen werden; Timothee-Heu, das im Blütenstadium geschnitten wird, ergibt 60 bis 65 Prozent verdauliche organische Substanz, während das gleiche Heu bei Ernte im Samenstadium auf 45 Prozent oder weniger fällt.

Die Raufutterqualität wird durch Rohfasergehalt, Säuredetergentienfaser (ADF), Neutraldetergentienfaser (NDF) und Rohproteinanteil gemessen. Eine Futteranalyse oder Laboruntersuchung offenbart diese Werte und bestimmt, ob das Material den Nährstoffanforderungen bestimmter Tiere entspricht. Milchviehhalter mit hochleistenden Herden benötigen hochwertiges Raufutter, typischerweise unter 35 Prozent ADF; Rinder und Schafe vertragen groberes Material. Korrekte Lagerung erhält den Nährwert: Heu, das an einem trockenen Ort unter Dach gelagert wird, behält die Qualität deutlich besser als Material, das dem Wetter ausgesetzt ist.

Rolle im Fütterungssystem

Raufutter darf aus Wiederkäuerrationen nicht weggelassen werden, ohne Verdauungsstörungen auszulösen. Die Faser regt die Speichelproduktion und Pansenkontraktionen an und verhindert Azidose und Labmagen-Verlagerung. Kraftfutter (Getreide, Proteinzusätze) liefert Energiedichte, aber nicht die Volumen und Faser, die Raufutter bietet. Die meisten Rationen kombinieren beide: Eine 544 kg schwere Milchkuh könnte täglich 18 bis 23 kg Heu oder Silage neben 7 bis 11 kg Kraftfutter fressen, je nach Milchleistungsziel und Futterqualität.

Der Begriff "Raufutter" stammt von den tastbaren und visuellen Eigenschaften dieser groben Materialien und unterscheidet sie von glattem, verarbeitetem Getreide und Proteinmehl. Im Fachvokabular erscheint Raufutter oft als Kategorie in Futterformulierungs- und Rationsausgleichssoftware. Geräte für die Raufutterhandhabung umfassen Pressen, Futtererntemaschinen, Mühlen und Mischer. Das Verständnis von Raufuttereigenschaften und Qualität wirkt sich direkt auf die Tierleistung, Gesundheit und Futterkonversionseffizienz aus.

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