Besamung
Englisch: service
Befruchtung durch Geschlechtsverkehr.
Service: Kontrollierte Zucht im Betrieb
In der Viehwirtschaft bedeutet Service eines Tieres, es durch kontrollierte natürliche Paarung zu züchten. Ein Bulle begattet Kühe, ein Widder begattet Schafe, ein Eber begattet Sauen. Der Begriff ist in der landwirtschaftlichen Fachsprache neutral, trägt in der allgemeinen englischen Sprache aber euphemistische Bedeutung. Auf arbeitenden Höfen beschreibt er ein absichtliches, planvolles Fortpflanzungsereignis mit bestimmten Tieren und Ergebnissen im Blick.
Der Zeitpunkt des Service ist kritisch. Zuchttiere werden während des fruchtbaren Fensters des weiblichen Tieres zusammengebracht, das je nach Art unterschiedlich liegt: Rinder haben einen Zyklus von 21 Tagen, Schafe saisonal bei kürzeren Tagen, Schweine alle 18 bis 24 Tage. Bauern verfolgen diese Zyklen genau, denn ein verpasstes Service-Fenster bedeutet, ein weiterer Zyklus muss abgewartet werden, bevor eine Empfängnis möglich wird. Ein Bulle oder Widder kann mehrere weibliche Tiere pro Saison begatten; ein einzelnes männliches Tier ist wertvoll als Zuchtkapital.
Service-Aufzeichnungen werden in professionellen Zuchtbetrieben präzise geführt. Höfe dokumentieren das Datum des Service, die Identität von Vater und Mutter und die Ergebnisse: Empfängnis bestätigt durch spätere Beobachtung, Trächtigkeitsdauer, Anzahl lebend geborener Tiere. Diese Aufzeichnungen fließen in Zuchtentscheidungen und Herdengenetik ein. Schlechte Konzeptionsraten nach dem Service lösen eine Untersuchung aus: Unfruchtbarkeit, Krankheit, falsches Timing oder Managementfehler.
Die Alternative zu natürlichem Service ist die künstliche Besamung, bei der Samen gesammelt, gelagert und mechanisch eingeführt wird. Künstliche Besamung ermöglicht es einem überlegenen männlichen Tier, tausende Nachkommen zu zeugen und macht die Haltung eines Zuchtbullen auf jedem Hof überflüssig. Dennoch bleibt natürlicher Service in kleineren Betrieben und Fleischrinder-Herden verbreitet, wo die Infrastruktur und das Tiermanagement für künstliche Besamung die Kosten möglicherweise nicht rechtfertigen.
Service unterscheidet sich von Paarung, dem weiter gefassten biologischen Vorgang, und von Bedeckung, dem Begriff speziell für Equiden. Der Begriff spiegelt die Direktheit der Landwirtschaft wider: Ein Tier, das erfolgreich geserviced wurde, trägt Nachwuchs in Richtung Schlachtreife, Milchproduktion oder Zuchtstockwert. Ausbleiben der Empfängnis nach dem Service kostet Zeit, Futter und Gelegenheit.