Kurzwelle
Englisch: shortwave
Eine elektromagnetische Welle mit relativ kurzer Wellenlänge; speziell eine mit Wellenlänge zwischen etwa 10 und 100 Metern, entsprechend einer Frequenz zwischen 3 und 30 Megahertz.
Kurzwelle: Radiowellen, die über Kontinente hinweg zurückprallen
Kurzwelle bezeichnet Radiofrequenzenergie im Bereich von 3 bis 30 Megahertz, was Wellenlängen zwischen 10 und 100 Metern entspricht. Im Gegensatz zu den längeren Mittel- und Langwellenbändern, die für AM-Rundfunk genutzt werden, haben Kurzwellensignale die besondere Eigenschaft, zuverlässig von der Ionosphäre zurückzuprallen und so Tausende von Kilometern mit bescheidener Sendeleistung zu überbrücken. Dies machte Kurzwelle während eines großen Teils des 20. Jahrhunderts zum Rückgrat der Ferndekommunikation.
Das Reflexionsverhalten in der Ionosphäre hängt stark von der Frequenz, der Tageszeit, der Jahreszeit und der Sonnenaktivität ab. Niedrigere Kurzwellenfrequenzen (3 bis 10 MHz) propagieren nachts und über größere Entfernungen besser; höhere Frequenzen (15 bis 30 MHz) bevorzugen Tageslicht und kürzere Sprünge. Eine einzelne Übertragung kann mehrfach zurückprallen und Empfänger auf der anderen Seite des Planeten erreichen. Diese Unberechenbarkeit ist gleichzeitig Vorteil und Nachteil: Die Abdeckung ist groß, aber weder garantiert noch präzise.
Kurzwelles Platz im Frequenzspektrum
Das Kurzwellenband ist in schmale Zuweisungen unterteilt: Amateurfunk nutzt mehrere Bänder (besonders 80, 40, 20, 15 und 10 Meter); internationaler Rundfunk verwendet Plätze zwischen 5,9 und 26,1 MHz; maritimer Funkdienst und Punkt-zu-Punkt-Kommunikation belegen weitere Bereiche. Frequenzen unter 3 MHz gelten als Lang- oder Mittelwelle und propagieren anders. Frequenzen über 30 MHz gehen in den UKW-Bereich über, der sich auf Sichtlinienpropagation und ionosphärische Brechung nur in großen Höhen verlässt.
Kurzwellenantennen müssen bei diesen Wellenlängen physisch groß sein, um effizient zu strahlen. Ein Halbwellendipol für 10 Meter ist 5 Meter lang; für 80 Meter ist er 40 Meter lang. Diese Skalierungsbeschränkung hat die gesamte Ingenieurdisziplin rund um Kurzwellensysteme geprägt. Die Anpassung der Antenne an die Frequenz und die Optimierung des Abstrahlwinkels relativ zur Ionosphäre sind kritische Designprobleme.
Kurzwelles Bedeutung ist seit den 1990er-Jahren stark gesunken, da Satelliten- und Internetkommunikation zuverlässig und kostengünstig geworden sind. Internationale Rundfunkanstalten betrieben einst umfangreiche Kurzwellnetze; heute haben die meisten sich zurückgezogen. Amateurfunkbetreiber und Seedienste verlassen sich weiterhin auf Kurzwelle, besonders dort, wo Infrastruktur dünn oder unzuverlässig ist. Militär- und Diplomatieverband halten Kurzwellenfähigkeit als Rückfalloption vor. Das Band bleibt anfällig für Störungen durch benachbarte unlizenzierte Sender, atmosphärische Geräusche und Sonnenstürme, was es für Präzisionsanwendungen weniger attraktiv macht als moderne digitale Alternativen.