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Elektrotechnik

Simplex

Englisch: simplex

Ein Stromkreis oder eine Vorrichtung, bei der Signale nur in eine Richtung gleichzeitig übertragen werden; unidirektional.

Simplex: nur eine Richtung gleichzeitig, fertig

Eine Simplex-Verbindung oder ein Simplex-Gerät überträgt Signale nur in eine Richtung. Wenn Bedienerin A zu Bedienerin B sendet, kann B nicht zurück senden, solange A noch aktiv ist. Der Kanal gehört vollständig demjenigen, der gerade sendet. Das ist grundlegend anders als Full-Duplex-Systeme, wo gleichzeitige bidirektionale Kommunikation auf demselben Kanal stattfindet, und auch anders als Half-Duplex, wo beide Parteien senden können, aber nicht gleichzeitig.

Das deutlichste Beispiel ist ein traditioneller Broadcast-Radiosender. Der Sender überträgt kontinuierlich zu Tausenden Empfängern. Diese Empfänger können auf der gleichen Frequenz nichts zurück senden. Ein Walkie-Talkie mit Drucktaste ist Half-Duplex: man drückt die Taste zum Senden, lässt los zum Empfangen, kann aber nicht beides gleichzeitig. Simplex ist noch restriktiver: ein Endpunkt ist dauerhaft der Sender, der andere der Empfänger.

In Steuersystemen und industrieller Telemetrie treten Simplex-Anordnungen dort auf, wo Echtzeit-Rückmeldung nicht kritisch ist. Ein Fernsensor, der Alarmsignale an eine Zentrale sendet, ohne dass die Zentrale den Sensor abfragen oder den Empfang bestätigen muss, nutzt eine Simplex-Verbindung. Ältere Brandmeldeanlagen und einige SCADA-Netzwerke arbeiteten so. Der Kompromiss betrifft die Zuverlässigkeit: Wenn der Sender nicht weiß, ob die Nachricht angekommen ist, muss man das System so auslegen, dass es mit stillen Ausfällen umgehen kann, oder redundante Übertragungswege einrichten.

Telegrafensysteme etablierten das Simplex-Vokabular: Signale wanderten in eine Richtung über den Draht. Als Telefone kamen und bidirektionales Sprechen erforderten, wechselte die Industrie zu Duplex- und Quadruplex-Schaltungen, die vier unabhängige Telegrafenkanäle auf ein einziges Kabel mehrten. Das Wort Simplex blieb als Bezeichnung für unidirektionale Übertragung erhalten, obwohl sich die zugrunde liegende Technik von mechanischen Relais über Vakuumröhren zu Halbleitern entwickelt hat.

Moderne Glasfaserleitungen können je nach Ausrüstung an den Endpunkten als Simplex, Half-Duplex oder Full-Duplex konfiguriert werden. Eine Simplex-Faser erfordert nur einen Strang und einen Sender an einem Ende, einen Empfänger am anderen. Das spart Kosten und Bauteilanzahl, wenn unidirektionale Signalisierung ausreicht. Redundanz bedeutet jedoch normalerweise, Simplex-Paare zu verlegen, je eines in jede Richtung, was einige Kostenersparnis aufhebt.

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