DSL
Abkürzung für Digital Subscriber Line.
DSL: Hochgeschwindigkeitsdaten über normale Telefonleitungen
Digital Subscriber Line ist eine Familie von Technologien, die hochfrequente Datensignale auf dieselben kupfernen Doppeladern übertragen, die auch den Sprachtelefondienst tragen. Das Telefonnetz wurde für Frequenzen bis etwa 4 kHz ausgelegt; DSL nutzt die ungenutzte Bandbreite darüber, typischerweise von 25 kHz bis 1 MHz, um Daten zu versenden, während Sprachanrufe auf derselben Leitung unterbrechungsfrei weiterlaufen.
Die häufigste im aktiven Einsatz befindliche Variante ist ADSL, Asymmetric Digital Subscriber Line, die höhere Geschwindigkeiten in der Gegenrichtung (zum Kunden) als in der Gegenrichtung bietet, typischerweise 1 bis 10 Mbps downstream und 0,5 bis 1 Mbps upstream, abhängig von Leitungslänge und -qualität. VDSL, die Variante mit sehr hoher Geschwindigkeit, erreicht 50 bis 100 Mbps downstream über kürzere Distanzen, üblicherweise unter 1 km von der Vermittlungsstelle. SDSL bot symmetrische Geschwindigkeiten, wurde aber weniger verbreitet. Die Technologie erfordert ein DSL-Modem auf der Kundenseite und einen DSLAM (DSL Access Multiplexer) in der Telefonvermittlungsstelle.
Leistungsgrenzen und reale Bedingungen
Die Leitungsdämpfung nimmt mit der Entfernung stark zu. In 3 km Abstand von der Vermittlungsstelle sinken die ADSL-Geschwindigkeiten merklich; ab 5,5 km wird der Service marginal. Kupferqualität, Querschnitt und das Vorhandensein von Überbrückungen oder Belastungsspulen verschlechtern die Leistung. Nebensprechen zwischen benachbarten Paaren im selben Kabelverbund setzt praktische Grenzen für den Durchsatz. Moderne Leitungen leiden auch unter Störungen von anderen hochfrequenten Geräten und erfordern sorgfältige Filterung an beiden Enden.
DSL spielte von den späten 1990er Jahren bis in die 2010er Jahre eine kritische Rolle im Breitbandzugang für Privathaushalte und bot Geschwindigkeiten über Wählverbindungen und frühe Kabelmodems hinaus, ohne dass neue Infrastruktur erforderlich war, wo Telefonleitungen bereits zu Häusern führten. Es ist immer noch in Millionen von Leitungen installiert, besonders außerhalb dichter urbaner Gebiete, wobei Glasfaser bis zur Liegenschaft und 5G-Festfunk es in vielen Regionen zu verdrängen beginnen. Für Techniker konzentriert sich die DSL-Fehlersuche auf das Signal-Rausch-Verhältnis, die Stabilitätsverriegelung und die Unterscheidung von DSL-Fehlern von Sprachleitungsproblemen auf demselben Paar.