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Optik und Bildgebung

Spektropolarimeter

Englisch: spectropolarimeter

Ein Gerät zur Messung der optischen Eigenschaften von polarisiertem Licht.

Spektropolarimeter: Messung der Polarisation von Licht über verschiedene Wellenlängen

Ein Spektropolarimeter kombiniert zwei Instrumente in einem: ein Spektrometer, das Licht in seine einzelnen Wellenlängen zerlegt, und ein Polarimeter, das misst, wie Licht polarisiert ist (die Ebene, in der sein elektrisches Feld schwingt). Das Ergebnis ist ein Werkzeug, das sowohl die Intensität als auch den Polarisationszustand des Lichts als Funktion der Wellenlänge quantifiziert und optische Eigenschaften offenbart, die kein Instrument allein liefern könnte.

Das Gerät funktioniert, indem es Licht durch die zu untersuchende Probe leitet, dann durch einen Polarisationsanalysator (typischerweise ein rotierendes Verzögerungselement oder ein Satz fester Polarisatoren) und schließlich in einen Spektrometerdetektor. Durch Messung der Intensität unter mehreren Polarisationswinkeln über einen Wellenlängenbereich (typischerweise 200 nm bis 2500 nm je nach optischem Pfad) erstellt das Instrument ein vollständiges Bild davon, wie die Probe die Polarisation des Lichts beeinflusst. Häufige Messungen sind die Stokes-Parameter oder Mueller-Matrix-Elemente, die Depolarisation, Doppelbrechung, Diattenuation und zirkularen Dichroismus beschreiben.

Spektropolarimeter sind in der Materialwissenschaft stark verbreitet, wo sie Dünnschichten, Kristalle und optische Beschichtungen charakterisieren. Ein Forscher, der eine Viertelwellenschicht untersucht, muss nicht nur wissen, ob sie eine Verzögerung verursacht, sondern auch über welchen Wellenlängenbereich und ob diese Verzögerung gleichmäßig ist. In pharmazeutischen und biochemischen Laboren messen sie optische Drehung und zirkularen Dichroismus von chiralen Molekülen zur Beurteilung der Reinheit und Proteinstruktur. Die Qualitätskontrolle in der optischen Fertigung verlässt sich darauf, um sicherzustellen, dass polarisationsselektive Komponenten über den gesamten interessierenden Spektralbereich die Spezifikation erfüllen.

Varianten und Konfigurationsoptionen

Einstrahl-Instrumente messen eine Probe der Reihe nach, wobei der Polarisator oder das Verzögerungselement schrittweise gedreht wird. Zweistrahl-Designs messen Probe und Referenz gleichzeitig, um Schwankungen der Quellenintensität zu eliminieren. Einige Systeme nutzen einen photoelastischen Modulator (PEM), um Polarisationszustände schnell zu schalten und so die Signal-Rausch-Verhältnis und Geschwindigkeit zu verbessern. Andere verwenden flüssigkristalline variable Verzögerungselemente für schnellere wellenlängenabhängige Messung. Die Wahl hängt davon ab, ob für die Anwendung Geschwindigkeit, absolute Genauigkeit oder Wirtschaftlichkeit am wichtigsten ist.

Ein häufiger Ausfallmodus ist Fehlausrichtung des optischen Pfads oder Verschmutzung der Optik, was künstliche Depolarisation verursacht. Die Kalibrierung muss regelmäßig mit bekannten Normen überprüft werden (ein Polarisator, eine Viertelwellenschicht oder ein Depolarisator bei einer Referenzwellenlänge). Da polarimetrische Messungen empfindlich gegen Probenorientierung sind, erfordert Reproduzierbarkeit sorgfältige Probenmontage. Der Begriff selbst reflektiert die Wurzeln der Polarimetrie aus dem 19. Jahrhundert; trotz moderner Elektronik bleibt die Physik, wie polarisiertes Licht mit Materie wechselwirkt, die Grundlage dessen, was das Instrument misst.

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