Kopulationsveredlung
Englisch: splice grafting
Ein Veredlungsverfahren, bei dem die Enden von Edelreis und Unterlagenwurzel schräg komplett durchtrennt werden, sodass die Schnittflächen die gleiche Form haben, dann die Enden so überlappt werden, dass die Schnittflächen exakt passen, und schließlich durch Binden oder ähnliche Mittel befestigt werden.
Spleisspropfung: angewinkelte Schnitte, ebene Kontaktflächen, aus einem Holzstück
Die Spleisspropfung verbindet zwei holzige Stämme, indem man sowohl das Edelreis (das obere Stück, das man vermehren möchte) als auch die Unterlage (der untere Anker) in passenden schrägen Winkeln schneidet, typischerweise 25 bis 35 Grad, sodass ihre Schnittflächen wie ein Puzzle zusammenpassen. Die beiden ebenen Flächen werden fest aneinandergepresst, so ausgerichtet, dass die Kambiumschichten soliden Kontakt haben, dann mit Veredelungsband, Wachs oder Schnur gebunden, um sie während des Verwachsens an Ort und Stelle zu halten. Im Gegensatz zur Whip-Grafting, die einen Zungen- und Nut-Verschluss nutzt, verlässt sich die Spleisspropfung allein auf Druck und Ausrichtung für die Verbindung.
Der Schnittwinkel ist wichtig, weil er die Oberfläche für den Kambiumkontakt vergrößert und die Verbindung relativ kurz hält, üblicherweise 2 bis 3 Zoll entlang des Stammes. Beide Teile müssen nahezu gleich dick sein, damit die angewinkelten Schnitte richtig passen; Edelreis und Unterlage im Bereich von 0,25 Zoll Unterschied funktionieren am besten. Die Unterlage wird normalerweise in der Ruhezeit oder im zeitigen Frühjahr schräg geschnitten, dann wird das Edelreis sofort angepasst, oder die Unterlage kann vorbereitet und gelagert werden, bereit, das Edelreis aufzunehmen, wenn Material vorhanden ist.
Wann Spleisspropfung gelingt und misslingt
Der Erfolg hängt von sauberen, scharfen Schnitten ab, die in einer Bewegung gemacht werden, damit die Zellen intakt bleiben und das Kambium lebensfähig bleibt. Raue oder gequetschte Gewebe heilen schlecht und ermöglichen Fäulnis. Die Bindung muss fest genug sein, um Bewegungen zu verhindern, aber nicht so fest, dass sie das Kambium würgt oder das Holz reißt. Bei kühlen, feuchten Bedingungen mit guter Luftzirkulation aber nicht windig, heilen Veredelungen am schnellsten, normalerweise innerhalb von 3 bis 6 Wochen. Fehlschlag tritt auf, wenn Edelreis und Unterlage in der Größe nicht passen, wenn Schnitte schlampig sind, wenn die Bindung zu locker ist oder zu lange sitzt, ohne sie zu lockern, oder wenn die Bedingungen zu heiß oder zu trocken sind.
Spleisspropfung funktioniert gut für holzige Zierpflanzen, Obstbäume und Sträucher, wo Edelreis und Unterlage ähnliche Durchmesser haben. Sie ist einfacher als Whip-Grafting, weil kein Zungenschnitt an einem der Teile erforderlich ist, nur zwei entgegengesetzte angewinkelte Schnitte. Sie ist weniger zuverlässig als Keil- oder Spaltpfropfung, wenn Edelreis und Unterlage in der Größe unterschiedlich sind, weil die ebenen Flächen weniger mechanischen Halt bieten. Für größere Unterlagen entstehen stabilere Verbindungen durch Keil- oder Rindenpfropfung.
Der Name spiegelt das wörtliche Verbinden wider: die zwei Teile werden verspleißt, wie ein Seil durch Verflechten der Stränge verspleißt wird. In der Holzbearbeitung verbindet eine Spleiß-Verbindung zwei Balken end zu end mit Bolzen oder Platten; die Veredelung ist ein botanisches Analogon, das die eigene Heilungskraft der Pflanze nutzt statt Befestigungsmittel. Die Methode ist alt, zuverlässig, wo die Bedingungen es zulassen, und bleibt Standard in Baumschulen und bei Züchtern, die Obst- oder Zierbäume von Hand vermehren.