Starterkurbel
Englisch: starting handle
Eine Kurbelkurbel, die bei älteren Fahrzeugen angebracht oder mitgeliefert wird, um den Motor zu starten, auch wenn dieser mit einem Anlasser ausgestattet ist.
Starterkurbel: die Handkurbel zum Starten des Motors bei Batterieausfall
Eine Starterkurbel ist eine abnehmbare oder angelenkte Kurbel, üblicherweise 30 bis 45 cm lang, die mit der Kurbelwelle eines Verbrennungsmotors verbunden wird, um ihn beim Kaltstart manuell zu drehen. Obwohl sie hauptsächlich bei frühen Automobilen und kleinen Motoren vor der Ära zuverlässiger Elektrostarter üblich war, blieb sie bei vielen Fahrzeugen bis weit in die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts als mechanische Notlösung erhalten, falls die Batterie leer war oder der Startmotor ausfiel.
Die Kurbel verbindet sich mit dem Motor über eine Vierkant- oder Keilwelle, die mit einer entsprechenden Aufnahme an der Kurbelwelle greift. Das Drehen der Kurbel dreht die Kurbelwelle, saugt Luft und Kraftstoff in die Zylinder, verdichtet das Gemisch und zündet es, sofern der Zündzeitpunkt stimmt, um die Verbrennung zu starten. Frühe Ausführungen erforderten erhebliche Körperkraft, manchmal 40 bis 60 volle Umdrehungen, und bargen eine echte Gefahr: Falls der Motor während des Kurbelns ansprang, konnte die Kurbel ruckartig nach hinten schnellen und dem Bediener das Handgelenk oder den Daumen brechen. Spätere Versionen waren mit einer Freilaufkupplung ausgestattet, die die Kurbel auskuppelte, sobald der Motor schnell genug lief.
Varianten und praktische Anwendung
Starterkurbeln gab es in zwei Grundausführungen: als feste Vorrichtungen, die durch die Vorderstoßstange oder den Kühlergrill führten, und als abnehmbare Kurbeln, die im Werkzeugsatz lagerten. Motorräder und kleine stationäre Motoren hatten oft angelenkte Kurbeln, die am Schwungradgehäuse befestigt waren. Einige Landmaschinen und Industriemotoren nutzten Handräder mit verlängerten Speichen statt echter Kurbeln. Traktoren und ältere Dieselmotoren behielten Starterkurbeln bis in die 1960er Jahre und darüber hinaus bei, weil der Startaufwand bei Kältewetter oder hohen Verdichtungsverhältnissen erheblich war.
Der Begriff ist heute in der Kraftfahrzeugtechnik fast vollständig veraltet, verdrängt durch moderne Elektrostarter, dichte Batterien und Glühkerzen bei Dieselmotoren. Jedoch treffen Mechaniker und Liebhaber beim Restaurieren von Oldtimern immer noch auf Starterkurbeln, und die Prinzipien sind relevant für das Handstarten kleiner Motoren wie tragbare Pumpen, Generatoren und Motorräder, bei denen Elektrostarter fehlen oder unzuverlässig sind. Die Kurbel selbst ist, falls Original, sowohl ein Sammlerstück als auch eine echte Sicherheitsgefahr bei Missbrauch.