Abfahrtssignal
Englisch: starting signal
Ein Eisenbahnsignal, das die Abfahrt von Zügen von einem Bahnhof oder einer anderen Stelle regelt und heutzutage üblicherweise ein Farblichtsignal ist.
Startzeichen: das Grünlicht, das einen Zug zum Abfahren freigeben
Ein Startzeichen ist ein Eisenbahnsignal, das einen Zug ermächtigt, von einem Bahnsteig, Abstellgleis oder einer anderen stationären Position abzufahren. Im Unterschied zu Vorsignalen, die vor Bedingungen weiter vorne warnen, ist das Startzeichen die endgültige Freigabe: Wenn es sein erlaubendes Befahrungszeichen zeigt, erhält der Lokführer die ausdrückliche Genehmigung, die Bremsen zu lösen und vorwärts zu fahren. Bei modernen Eisenbahnen ist das fast immer ein Farblichtsignal mit Grünanzeige, obwohl ältere mechanische Semaphorsignale mit schräg nach unten ausgelegten Armen dieselbe Funktion erfüllten.
Startzeichen stehen am Ausfahr punkt eines Bahnsteigs oder an der Grenze des Abfahrtsgleises. Sie sichern gegen Konflikte mit anderen Zugbewegungen auf der vorausgehenden Strecke: Ein Signal wird nicht freigegeben, wenn nicht bekannt ist, dass der Streckenabschnitt dahinter frei und sicher ist. Das Signal arbeitet zusammen mit Stellwerksvorrichtungen, ob mechanische Hebelrahmen oder elektronische Festkörpersysteme, die verhindern, dass sich widersprechende Fahrstraßen gleichzeitig einstellen. Wenn ein Zug auf der vorausgehenden Strecke fährt oder wenn bereits eine Fahrstraße in widersprechender Richtung freigegeben wurde, bleibt das Startzeichen auf Rot (oder Halt beim Semaphor).
Der Unterschied zwischen Startzeichen und Fahrsignalen (die die Bewegung zwischen Bahnhöfen regeln) ist betrieblich und nicht mechanisch. Ein Signalmast kann je nach Zusammenhang unterschiedliche Zeichen zeigen: er funktioniert als Startzeichen, wenn ein Zug an einem Bahnsteig steht, und als Fahrsignal, sobald dieser Zug in Fahrt ist. Lokführer müssen den Standort und Zweck des Signals erkennen; eine falsche Interpretation kann zu unbefugter Bewegung oder Kollision führen.
Ausfälle bei Startzeichen entstehen meist durch Lampenbrand in Farblichtsignalen, besonders bei der grünen Linse, oder durch Gleisschleifendefekte, die verhindern, dass das Signal freigegeben wird, weil das System nicht erkennt, dass die Strecke dahinter frei ist. Bei mechanischen Systemen führen festgehende oder korrodierte Arme oder Fehler des Sperrwerks, das den Signalhebel sichert, zum Ausfall der Freigabe. Die moderne Signalpraxis sieht regelmäßige Prüfungen der Signalzeichen und der Schleifenintegrität vor, um diese Mängel zu erkennen, bevor sie den Zugverkehr verzögern.
Der Begriff «Startzeichen» ist trotz der Vielfalt von Signalsystemen über verschiedene Eisenbahnen hinweg geblieben, weil die funktionale Aufgabe überall gleich ist: es markiert den Punkt, ab dem die Abfahrtsgenehmigung gilt. Einige Eisenbahnen verwenden andere Bezeichnungen wie «Abfahrtsignal» oder «Bahnsteigsignal», aber das Prinzip bleibt unverändert. Die Stellung und Logik des Signals sind durch die Betriebsvorschriften der Eisenbahn und die Auslegung ihres Stellwerks definiert.