Streifenmuster
Englisch: stripe
Ein Muster, das durch Anordnung der Kettfäden in Sätzen von kontrastierenden Farben oder anderen Farbeffekten erzeugt wird.
Streifen: Kettkarbmuster in Gewebestoff
Ein Streifen beim Weben ist ein sichtbares Band oder eine Serie von Bändern, die sich längsweise durch den Stoff ziehen. Sie entstehen durch das Anordnen von Kettfäden in Gruppen, die sich in Farbe, Fasertyp oder Oberflächenfinish unterscheiden. Da Kettfäden über die gesamte Länge des Webstuhls laufen und vor Webbeginn eingerichtet werden, verlaufen Streifen immer parallel zur Kante. Das Muster wird ausschließlich beim Kettaufbau festgelegt, nicht nachträglich hinzugefügt.
Streifen entstehen durch das Einschären des Webstuhls mit Kettfäden in geplanten Abfolgen. Ein einfaches zweifarbiges Streifenmuster könnte zehn schwarze Fäden mit zehn weißen Fäden abwechseln und dieses Muster über die gesamte Breite wiederholen. Komplexere Muster verwenden drei, vier oder mehr Farben in verschiedenen Anteilen. Alternativ können Streifen durch Fäden unterschiedlicher Fasergehalte (Baumwolle und Polyester), unterschiedliche Stärken oder sogar unterschiedliche Oberflächenfinishs (Matt und Glanz) erzeugt werden, um Kontrast ohne Farbvariation zu erzielen.
Die Breite und Sichtbarkeit von Streifen hängen davon ab, wie viele Fäden jedes Band bilden und wie grob das Garn ist. Feine Garne mit kleinen Fadenbündeln erzeugen subtile, schmale Streifen; dickere Garne oder größere Bündel erzeugen kräftige, breite Streifen. Viele Bekleidungsstoffe, Hemdstoffe und Anzugsgewebe verlassen sich auf Streifen als Standardmuster. Auch Industrietextilien und manche Wohnzubehör verwenden sie, allerdings weniger häufig als in der Mode.
Praktische Grenzen und Variation
Sobald die Kette eingearbeitet ist, ist das Streifenmuster fixiert und kann erst bei einer Neueinschärung geändert werden. Das macht Streifen für lange Produktionsläufe wirtschaftlich, aber unflexibel für kurze Aufträge. Ungleichmäßige Fadenspannung beim Kettaufbau oder Weben kann dazu führen, dass Streifen diagonal über die Stoffbreite verlaufen oder sich verziehen. Dies ist ein Fehler, der die verkäufliche Warenmenge verringert. Einige Weber verwenden eine Kettstreichrolle oder vorgefärbte Kettpakete, um einheitliche Farbe und Abstände über mehrere Webstuhleinrichtungen hinweg zu sichern.
Der Begriff "Streifen" wird im Handel auch ungenau verwendet, um jedes längslaufende Muster im Stoff zu beschreiben, auch wenn es durch andere Verfahren hergestellt wurde. Echte Streifen sind jedoch immer kettausgerichtet und beim Weben festgelegt. Sie unterscheiden sich von bedruckten oder gesamtstücke gefärbten Mustern, die auf fertigen Stoff aufgebracht werden, und von Schussstreifen, die quer verlaufen und technisch die umgekehrte Musterstruktur darstellen.