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Fertigung

Zementwerk

Englisch: cement works

Fabrik zur Herstellung von Portlandzement für Betonherstellung.

Zementwerk: Wo Rohgestein zu Bindemittelstaub wird

Ein Zementwerk ist eine Industrieanlage, die Portlandzement herstellt, das feine graue Pulver, das Sand und Zuschlagstoffe zu Beton verbindet. Das Werk verarbeitet Kalkstein, Ton, Kieselsäure und Eisenerz, erhitzt diese in einem Ofen auf etwa 1450 Grad Celsius, kühlt den entstehenden Zementklinker ab und mahlt ihn zum fertigen Produkt. Ein typisches Werk produziert je nach Ofengröße und Ausrüstung zwischen 500 und 5000 Tonnen pro Tag.

Das Herzstück eines jeden Zementwerks ist der Ofen, üblicherweise ein langes rotierendes Stahlrohr mit Auskleidung aus feuerfestem Stein. Rohstoffe werden am kühlen Ende zugegeben; die Wärmezufuhr verläuft im Drehrohrofen entgegen der Materialbewegung oder die Stoffe fallen in modernen Anlagen durch eine Reihe von Vorwärmer-kammern. Dieser Heizprozess treibt Kohlendioxid aus dem Kalkstein aus und kombiniert die Oxide chemisch zu Kalziumsili­katen, die Portlandzement seine Festigkeit verleihen.

Ein laufendes Zementwerk arbeitet monatelang oder jahrelang zwischen Wartungsabstellungen ununterbrochen. Nach dem Abkühlen wird der Klinker in Silos gelagert und dann durch Kugelmühlen geleitet, wo er zu einem feinen Pulver mit durchschnittlicher Körnergrößße von typischerweise 2 bis 3 Mikrometern gemahlen wird. Gips wird beim Mahlen zugegeben, um die Abbindezeit zu steuern. Entstaubung ist unverzichtbar: Zementwerke setzen erhebliche Staubmengen frei und müssen Schlauchfilter, elektrostatische Abscheider oder Nassabscheider betreiben, um Emissionsvorschriften einzuhalten.

Die Rohstoffvorbereitung ist arbeitsintensiv. Kalkstein wird vor Ort abgebaut und zerkleinert; Ton und weitere Zusatzstoffe werden angeliefert und vor der Ofeneingabe auf genaue Chemie abgestimmt. Der Ofenaufgabe muss enge Verhältnisse von Kalk, Kieselsäure, Tonerde und Eisenoxid erfüllen, geprüft durch RFA-Analyse oder nasschemische Verfahren. Kleine Abweichungen beeinflussen Zementfestigkeit und Verarbeitbarkeit.

Der Begriff Zementwerk ist britische und Commonwealth-Sprachweise; amerikanische Anlagen heißen häufiger cement plants oder mills. Ein Zementwerk liegt typischerweise in der Nähe von Kalksteinvorkommen und benötigt zuverlässige Stromversorgung, gute Straßen- oder Eisenbahnanbindung für Massenguttransporte und ausreichend Fläche für den Abbau. Die Branche ist energie- und kapitalintensiv; moderne Werke stellen Investitionen von Dutzenden Millionen Pfund dar.

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