T-Carrier
Englisch: T-carrier
Sammelbezeichnung für mehrere digital multiplexte Trägersysteme für Signalübertragung
T-Carrier: digitales Multiplex-Standard für Telefonleitungen
Ein T-Carrier ist ein standardisiertes System zur gleichzeitigen Übertragung mehrerer Telefongespräche über ein einzelnes Kupferkabelpaar oder eine Lichtwellenleiterfaser mittels digitaler Codierung. Die T-Bezeichnung stammt aus der Namenskonvention des Bell Systems für terrestrische Telefon-Übertragungssysteme. Das ursprüngliche T1-System, 1962 eingeführt, überträgt 24 Sprachkanäle über verdrillte Kupferkabel mit 1.544 Megabit pro Sekunde, indem es jedes Gespräch 8.000-mal pro Sekunde abtastet und jede Abtastung als 8 Bit plus ein Synchronisierungsbit pro Frame codiert.
Die T-Carrier-Hierarchie umfasst T1 (1.544 Mbps), T2 (6.312 Mbps), T3 (44.736 Mbps) und T4 (274.176 Mbps), wobei jede Stufe die Signale der darunter liegenden Stufe multiplext. Ein T2 bundles vier T1-Signale; ein T3 bundles 28 T1-Signale oder sieben T2-Signale. Höherwertige Träger verwenden zunehmend ausgefeilte Zeitsynchronisation, um Signaldrift zu vermeiden. Das verwandte E-Carrier-System nutzte die gleichen Prinzipien in Europa und anderen Regionen, wobei E1 32 Kanäle mit 2.048 Mbps überträgt und damit einen anderen Standard schuf, der in großen Teilen der Welt Bestand hat.
Praktischer Einsatz und Grenzen
T1-Leitungen wurden zum Arbeitspferd der Fernnetz-Telekommunikation und sind für Geschäftsverbindungen noch weit verbreitet, obwohl Lichtwellenleiter und paketbasierte Netze den Backbone-Transport heute dominieren. Ein T1 erfordert eine Signalregeneration alle 1.830 Meter auf Kupfer, was Repeater-Stationen entlang langer Strecken notwendig macht. Kupfer-T-Carrier sind anfällig für Nebensprechen, Impulsstörungen und Dämpfung bei höheren Frequenzen, was die Zuverlässigkeit über sehr lange Strecken beeinträchtigt. Das 8-Bit-Codierungsschema bedeutet, dass jeder Kanal ein Bit pro Frame für die Signalisierung außerhalb des Bands opfert, so dass nur 7 Bits für die tatsächliche Signalquantisierung der Sprache verbleiben.
T3-Carrier mit 45 Mbps stellen die praktische Obergrenze für kupfergestützte T-Carrier-Übertragung dar, bevor Lichtwellenleiter wirtschaftlich wurden. Moderne Betreiber verwenden stattdessen optische Äquivalente (OC-1, OC-3 und höher), aber T1-Schaltungen bestehen in Unternehmensnetzen und ländlicher Telekommunikation weiter, weil die Ausrüstung robust, standardisiert und bereits installiert ist. Techniker beheben immer noch T1-Zeitsynchronisations-Probleme, Frame-Fehler und CRC-Verletzungen in vielen Legacy-Systemen, die keinen zwingenden Grund für eine Migration haben.
Der Begriff T-Carrier ist heute eine gewisse Fehlbezeichnung, wenn er auf moderne Lichtwellenleiter-Systeme angewendet wird, doch die hierarchische Struktur und die Framing-Konventionen, die er etabliert hat, leben in Standards für synchrone optische Netze weiter. Ausrüstungshersteller bewerten Multiplexer und Leitungskarten immer noch in T1-Äquivalenten, was die Nomenklatur hartnäckig hält, obwohl sich die zugrundeliegende Technologie grundlegend verschoben hat.