GBR
Abkürzung für garantierte Bitrate
GBR: reservierte Bandbreite, die bleibt, wo sie ist, ohne Drosselung
Eine garantierte Bitrate ist eine vertraglich zugesicherte Mindestgeschwindigkeit für die Datenübertragung, die ein Netzwerkbetreiber zwischen zwei Punkten einhalten muss, unabhängig von Überlastungen an anderen Stellen im Netz. In paketvermittelten Telekommunikationsnetzen ist GBR das Gegenteil von Best-Effort-Service: Der Betreiber muss den Verkehr regeln und Ressourcen reservieren, um diese Rate einzuhalten, sonst kann der Kunde einen Verstoß gegen die Servicevereinbarung geltend machen.
GBR erscheint in mehreren modernen Mobil- und Festnetzstandards. In 4G-LTE-Netzen ist GBR eine von mehreren Quality-of-Service-(QoS-)Klassen und definiert die maximale Rate, mit der das Netz den Verkehr eines bestimmten Trägers übertragen wird. Ein Videoanruf könnte mit 128 kbit/s GBR bereitgestellt werden, ein Finanzdaten-Feed mit 500 kbit/s GBR. Wenn das Netz nicht über ausreichend Kapazität verfügt, drosselt es anderen Verkehr oder lehnt neue GBR-Anfragen ab, anstatt eine bestehende Garantie zu verschlechtern.
Das Gegenstück ist Non-GBR-Verkehr, der die verbleibende Kapazität opportunistisch nutzt und bei Überlastung verzögert oder verloren gehen kann. Die meisten Internetdienste laufen auf Non-GBR; GBR ist Anwendungen vorbehalten, die empfindlich auf Verzögerungen oder Jitter reagieren, wie Sprache, Live-Video oder kritische industrielle Steuersignale. Der Trade-off ist klar: GBR ist für den Betreiber und den Abonnenten teuer, da es Netzwerkressourcen bindet, ob sie vollständig genutzt werden oder nicht.
Wo GBR in den Standards verankert ist
GBR ist in 3GPP-Spezifikationen für LTE und 5G festgelegt, wobei jeder Träger einen GBR-Parameter in Bits pro Sekunde trägt. Ein Betreiber veröffentlicht seine GBR-Angebote in Servicevereinbarungen (SLAs) und Preisstufen. Enterprise-Kunden, die SD-WAN- oder Managed-VPN-Services kaufen, handeln häufig GBR-Zusagen auf kritischen Links aus, um sicherzustellen, dass Sprach- und Videoanrufe nicht leiden, wenn Datenübertragungen spitzen aufweisen.
Der Begriff wird manchmal mit maximaler Bitrate (MBR) oder Spitzenrate verwechselt. GBR ist das, was das Netz bereitstellen muss; MBR ist das, was es bei kurzen Bursts zulässt. Eine GBR von 256 kbit/s mit einer MBR von 512 kbit/s bedeutet, dass der Service immer 256 kbit/s zur Verfügung hat und diese kurzzeitig bis zu 512 kbit/s überschreiten kann, wenn Ressourcen vorhanden sind. Ohne explizite GBR-Zusagen kollabieren SLAs zu Marketingversprechungen ohne Durchsetzungsmechanismus.