Tankage
Englisch: tankage
Abfallmaterial aus Tanks, besonders die getrocknete stickstoffhaltige Rückstand aus Tanks, in denen Fett ausgekocht wurde, verwendet als Dünger.
Tankage: verarbeitete Schlachtabfälle als Stickstoffdünger
Tankage ist der feste Rückstand, der nach der Verarbeitung von Tierfetten, Knochen und Fleischabschnitten in großen Industriebehältern übrigbleibt. Bei der Verarbeitung wird Hitze eingesetzt, um Fett zu verflüssigen und Talg oder Schmalz zu gewinnen, wobei ein dichter, dunkler, stickstoffhaltiger Schlamm zurückbleibt. Dieses Nebenprodukt wird getrocknet, gemahlen und als Düngerbestandteil verkauft, geschätzt wegen seines hohen Stickstoffgehalts (üblicherweise 6 bis 10 Prozent) und seiner Langzeitwirkung, die den Boden über Wochen statt Tage hinweg versorgt.
Das Material stammt hauptsächlich aus Schlachthofabfällen: Eingeweide, Blut, Knochen und Bindegewebe, die nicht als Lebensmittel verkauft werden können. Kleine Verarbeitungsbetriebe erzeugen Tankage als Nebenprodukt; große Schlachthöfe und spezialisierte Verarbeitungsanlagen machen es zur Hauptware. Die Zusammensetzung hängt von der Rohstoffquelle und den Verarbeitungsbedingungen ab, aber die meisten handelsüblichen Tankage-Sorten enthalten neben dem Stickstoff erhebliche Mengen Phosphor und Kalzium, wodurch sie ein relativ ausgewogener organischer Dünger statt nur eine reine Stickstoffquelle sind.
Tankage wird vor der Aussaat auf Felder aufgebracht oder bei der Bodenvorbereitung eingearbeitet. Weil es langsam abbaut, eignet es sich besser für Dauerkulturen und Weiden als für Gemüse, das schnell verfügbare Nährstoffe benötigt. Es muss vor Lagerung und Transport vollständig bis auf einen Feuchtegehalt unter 12 Prozent getrocknet werden, da feuchtes Material zu Verderb und Geruchsproblemen neigt. Die körnige oder pulverförmige Form reicht von feinem Staub bis zu Partikeln von etwa 3 Millimetern, je nach Mahlung; feinere Sorten verteilen sich gleichmäßiger, sind aber im Umgang staubiger.
Der Name stammt aus seiner Herkunft: Material, das sich in Verarbeitungstanks ansammelte. Vor der Verbreitung von synthetischen Stickstoffdüngern Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war Tankage ein Standardprodukt auf Betrieben, besonders in der Nähe von Schlachthöfen und Städten, wo der Transport praktikabel war. Heute bleibt es in der biologischen Produktion und in Regionen mit bedeutender Viehverarbeitung verbreitet, obwohl sein Einsatz in der industriellen Getreideproduktion, wo wasserfreies Ammoniak und Harnstoff dominieren, gesunken ist.
Qualität und Sicherheit hängen von den Verarbeitungsbedingungen ab. Schlecht verwaltetes Tankage kann Erreger oder übermäßige Schwermetalle enthalten, wenn die Rohstoffe verseuchtes Knochenmittel oder industrielle Tierabfälle einschlossen. Seriöse Hersteller nutzen Temperaturkontrolle über 140 Grad Celsius und legen Testergebnisse für Schwermetalle und Erreger offen. Staub bei der Tankage-Handhabung kann Atemwege reizen, daher ist angemessene Belüftung in geschlossenen Räumen, wo es gemischt oder ausgebracht wird, wichtig.