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Landtechnik

Schutzdach

Englisch: nurse

Strauch oder Baum, der eine junge Pflanze schützt.

Ammenbaum: Schutzbaum für Setzlinge

In der Forstwirtschaft und Agroforstwirtschaft ist ein Ammenbaum ein ausgewachsener oder halbausgewachsener Baum, der bewusst erhalten oder gepflanzt wird, um jüngeren, empfindlicheren Pflanzen, die darunter oder daneben wachsen, physischen Schutz und mikroklimatische Pufferung zu bieten. Der Ammenbaum schützt Setzlinge vor Windausfall, übermäßiger Sonneneinstrahlung und Temperaturextremen, während sein Laubfall organische Substanz in den Boden einbringt. Diese Praxis ist sowohl bei natürlichen Verjüngungssystemen als auch bei gepflanzten Wäldern verbreitet, in denen schattentolerante Arten unter einem Bestand etabliert werden.

Ammenbäume wirken durch mehrere Mechanismen. Ihre Krone bricht die Kraft starker Winde, die ansonsten Setzlinge austrocknen oder umlegen würden. Lichter Schatten senkt die Bodentemperatur an der Oberfläche und reduziert Transpirationsstress während der Etablierung. Laubfall bereichert den Oberboden mit Stickstoff und organischem Kohlenstoff, verbessert die Wasserspeicherung und Nährstoffverfügbarkeit. In tropischen und subtropischen Anpflanzungen verhindern Ammenbäume die Oberflächenverkrustung, die die Keimung in freiliegenden Mineralböden hemmt.

Die Wahl der Ammenbaum-Art hängt von den Standortbedingungen und den endgültigen Nutzungszielen ab. Ein Ammenbaum muss kräftig genug sein, um schnell anzuwachsen, aber nicht so konkurrenzstark, dass er die Zielart um Licht und Nährstoffe bringt. Übliche Wahlen sind stickstoffbindende Arten wie Akazie in afrikanischen Agroforstsystemen oder natürlicherweise gesellig wachsende Arten, die später gefällt oder je nach Bewirtschaftungsziel stehen gelassen werden. Der Ammenbaum muss die gleichen Boden- und Klimabedingungen wie die Endbaumart vertragen.

Der Zeitpunkt der Ammenbau-Entnahme oder Ausdünnung ist entscheidend. Wird er zu lange belassen, hemmt er die Entwicklung der Zielbäume; wird er zu früh entfernt, leiden Setzlinge unter dem Schock der plötzlichen Exposition. In kommerziellen Holzwirtschaftsbetrieben werden Ammenbäume normalerweise während der Durchforstung entfernt, sobald die Nutzungsbäume eine ausreichende Höhe und einen ausreichenden Stammdurchmesser erreicht haben, um unverschattete Bedingungen zu vertragen, üblicherweise nach fünf bis fünfzehn Jahren je nach Art und Standort.

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