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Elektrotechnik

Telefonvermittlung

Englisch: telephone exchange

Ausrüstung zum Herstellen von Verbindungen zwischen Telefonen.

Telefonvermittlung: die Schaltanlage, die Anrufe verbindet

Eine Telefonvermittlung ist die zentrale Einrichtung, in der Telefonleitungen zusammenlaufen und in der Verbindungen zwischen Gesprächspartnern hergestellt werden. In ihrer einfachsten Form ist sie ein Schaltmechanismus, entweder manuell oder automatisch, der eingehende Anrufe auf ausgehende Leitungen leitet. Die Vermittlung sitzt im Zentrum eines Telefonnetzes, empfängt Signale von Teilnehmerleitung und leitet sie durch ein Netz von elektrischen Pfaden zu ihren Zielen.

Manuelle Vermittlungen, die von Telefonistinnen und Telefonisten vom frühen 20. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert bedient wurden, nutzten Stecker- und Buchsensysteme. Ein eingehender Anruf ließ eine Lampe auf der Vermittlung aufleuchten, die Bedienungsperson nahm den Anruf entgegen, erfuhr die gewünschte Zielrufnummer und steckte einen Stecker in eine Buchse, die dieser Leitung entsprach. Automatische Vermittlungen schafften den manuellen Betrieb ab, indem sie elektromechanische Geräte einsetzten, meistens Schrittschalter (auch Strowger-Schalter genannt) oder Kreuzschienenschalter. Diese Maschinen reagierten direkt auf die Impulse oder Töne, die ein Wählscheiben- oder Tastentelefon erzeugte, und leiteten den Anruf ohne Bedienungsperson weiter.

Moderne Telefonvermittlungen sind digitale Systeme, die als computergesteuerte Schaltzentralen realisiert sind. Digitale Vermittlungen tasten Sprachsignale tausende Male pro Sekunde ab, wandeln sie in Binärdaten um und übertragen sie über digitale Wege, wodurch mehrere Gespräche die gleiche physikalische Leitung durch Zeitmultiplexing teilen können. Eine zeitgenössische Vermittlung kann zehntausende gleichzeitige Anrufe bearbeiten und dabei auch Zusatzdienste wie Rufumleitung, Konferenzschaltung und Anrufwarteschleife verwalten.

Vermittlungen sind hierarchisch organisiert. Eine Ortsnebenantenne (Ortsvermittlung) versorgt ein definiertes Gebiet, üblicherweise eine Stadt oder einen Stadtbezirk, und verbindet Wohn- und Geschäftspartner. Tandemvermittlungen verbinden mehrere Ortsvermittlungen miteinander und bilden ein regionales Netz. Internationale Vermittlungen oder Gateway-Schalter bearbeiten Anrufe, die Landesgrenzen überschreiten. Jede Vermittlung wird durch ihre Vorwahl und ihren Vermittlungscode identifiziert, also die ersten drei Ziffern einer siebenstelligen nordamerikanischen Telefonnummer.

Die physische Infrastruktur einer Vermittlung umfasst Schalteinrichtungen, Übertragungsleitungen, Signalisierungsgeräte und Notstromsysteme. Zuverlässigkeit ist entscheidend: Vermittlungen müssen den Service bei Stromausfällen durch Batteriebanken und Dieselgeneratoren aufrechterhalten. Ältere mechanische Vermittlungen waren robust, aber langsam und benötigten bis zu einer Sekunde zum Herstellen einer Verbindung. Moderne digitale Vermittlungen stellen Verbindungen in Bruchteilen einer Sekunde her und können Fehler automatisch erkennen. Der Begriff Vermittlung selbst spiegelt die ursprüngliche Funktion wider: der gegenseitige Austausch von elektrischen Pfaden zwischen zwei entfernten Parteien, die miteinander kommunizieren möchten.

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