Zuleitung
Englisch: home run
Eine Verbindung von einem zentralen Verteilpunkt oder Schutzschalter zu einem Bestimmungsort.
Home Run: Direkter Draht vom Schaltschrank zur Last
Im Elektrobau ist ein Home Run ein einzelner durchgehender Leiter oder ein Kabel, das direkt von einem zentralen Verteilungspunkt, typischerweise einem Hauptschaltschrank oder Unterverteiler, zum endgültigen Bestimmungsort, zum Gerät oder zur Last gezogen wird. Im Unterschied zu Stromkreisen, die an Abzweigdosen oder mehreren Anschlussstellen Zwischenstopps machen, folgt ein Home Run dem kürzesten praktikablen Weg von der Quelle zur Verbrauchsstelle. Das minimiert den Spannungsfall und vereinfacht die Fehlersuche.
Der Begriff stammt aus der Baseball-Metapher: Der Stromkreis vollendet seine Reise und kehrt heim, ohne auf Zwischenstationen zu stoppen. In der Elektroinstallation bedeutet das einen einzelnen Draht- oder Kabelzug ohne Unterbrechung vom Schutzschalter zur Steckdose oder Leuchte, ohne Verbindungsstellen oder Abzweigdosen dazwischen (außer an den Anschlusspunkten selbst). Ein typischer Home Run kann 14 AWG oder 12 AWG Romex für einen 15- oder 20-A-Stromkreis zur Beleuchtung oder Allgemeinzweck-Steckdosen in Wohngebäuden sein, oder ein größerer Querschnitt für Spezialleitungen wie Herd- oder Warmwasserbereiteranschlüsse.
Home Runs sind aus mehreren praktischen Gründen bevorzugt. Sie reduzieren den Spannungsfall über längere Strecken im Vergleich zu Stromkreisen, die an Zwischenverbindungen Druck verlieren. Sie vereinfachen die Schaltplanverfolgung bei Wartungen: Dem Draht zum Schutzschalter folgen und der Stromkreis ist bekannt. Sie verringern auch die Zahl der Anschlussstellen, wo lockere Verbindungen, Korrosion oder mangelnde Handwerkskunst Brand- oder Stromschlaggefahren hervorrufen können. Ein Home Run für einen 400-V-Elektroherd zum Beispiel kann 50 Meter oder mehr durch Wände und Decken als ein durchgehender Kabelzug in 6 AWG oder 8 AWG verlaufen, ohne Zwischenspleiße.
Wann Home Runs besonders wichtig sind
Spezialleitungen für stromhungrige Geräte wie Herde, Warmwasserbereiter oder Klimatechnik sind fast immer Home Runs. Das Nationale Elektrobauregelwerk schreibt Spezialleitungen für bestimmte Lasten vor, und Home Runs beseitigen Unsicherheit über gemeinsame Kapazität. Im Gewerbebau reduzieren Home Runs vom Hauptverteiler zu einzelnen Maschinentrennern oder Leitzentralen Ausfallzeiten bei der Fehlerdiagnose und vereinfachen die Kapazitätsplanung.
Die Hauptbeschränkung von Home Runs ist Arbeits- und Materialkosten: Lange Kabelzüge durch bestehende Strukturen sind kostspielig, und größere Leerrohre oder Umwegverlegung wegen Hindernissen binden Zeit. Bei Sanierungen kann ein ordnungsgemäßer Home Run das Öffnen von Wand- oder Deckenhohlräumen erfordern, die Alternativen mit Abzweigdosen vermeiden könnten. Die heutige Praxis bevorzugt Home Runs für Sicherheit und Zuverlässigkeit, wo Budget und Zugang es zulassen.