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Elektrotechnik

Zeitstufentarife

Englisch: time-of-use rates

Ein dynamisches Strompreisschema, das Preise abhängig von der Spitzenlast anpasst und auf Tageszeit und Jahreszeit basiert.

Zeitbasierte Stromtarife: Elektrizität zum Preis der Tageszeit

Zeitbasierte Stromtarife (TOU-Tarife) sind gestaffelte Strompreismodelle, bei denen der Kilowattstundensatz je nach Tageszeit und Jahreszeit variiert. Statt einen gleichbleibenden Satz das ganze Jahr über zu berechnen, setzen Energieversorger höhere Tarife während Spitzenlastzeiten an, typischerweise Wochentag-Nachmittage und frühe Abende, und niedrigere Tarife in Off-Peak-Zeiten wie späte Nacht oder früher Morgen. Sommer- und Winterperioden haben oft unterschiedliche Tarifstrukturen, da sich Heiz- und Kühllasten saisonal verschieben.

Ein typischer TOU-Plan unterteilt den Tag in zwei bis vier Perioden. Off-Peak-Tarife könnten von 21 Uhr bis 7 Uhr gelten und etwa 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde berechnen, während Spitzentarife von 14 bis 20 Uhr an Wochentagen 25 bis 40 Cent pro Kilowattstunde oder mehr erreichen können. Manche Versorger fügen eine Zwischenperiode mit mittleren Sätzen ein. Industriekunden sehen oft detailliertere Pläne mit fünf oder mehr Zeitfenstern und zusätzlichen Leistungsentgelten auf die Energiegebühren aufgeschlagen. Wochenend- und Feiertagstarife folgen üblicherweise Off-Peak-Preisen.

Warum Versorger TOU-Tarife einsetzen

TOU-Tarife bringen den Kundenverbrauch mit der Netzkapazität und den Erzeugungskosten in Einklang. Spitzenlastzeiten entsprechen dem Zeitpunkt, an dem Versorger teure Spitzenlastkraftwerke, oft Erdgasturbinen, aktivieren müssen, um die Nachfrage zu decken. Off-Peak-Zeiten fallen mit der Grundlasterzeugung aus billigeren, kontinuierlich laufenden Anlagen zusammen. Durch Anreize zur Lastverschiebung reduzieren Versorger Belastung für Geräte, verschieben Investitionen in Erzeugungs- und Übertragungsinfrastruktur auf später und senken Gesamtkosten. TOU-Tarife verringern auch die Notwendigkeit, ineffiziente Spitzenlastanlagen zu betreiben, wenn die Nachfrage aus bestehenden Kapazitäten gedeckt werden könnte.

Für Industrie- und Gewerbekunden schafft TOU-Preisgestaltung starke Anreize, verschiebbare Lasten aus Spitzenlastfenstern zu verlagern. Fertigungsbetriebe könnten Räume in Off-Peak-Zeiten vorkühlen oder Wärmespeichersysteme betreiben und dann während Spitzenlastzeiten die eigene Stromerzeugung reduzieren. Rechenzentren planen Batch-Verarbeitung und Backups für Nachtstunden. Diese Praxis heißt Lastverschiebung. Wohnkunden sehen kleinere Anreize, könnten aber von Geschirrspülern, Wäsche oder Umwälzpumpen in Off-Peak-Fenster profitieren.

Der Anstieg variabler erneuerbarer Erzeugung, besonders Solarenergie, hat TOU-Strukturen in manchen Regionen umgestaltet. Spitzenlastnachfrage am Abend erstreckt sich jetzt oft länger, da die Solarleistung nach Sonnenuntergang fällt und das Spitzenfenster auf 17 bis 21 Uhr verschiebt statt traditioneller Nachmittagsspitzen. Kunden mit Dachsolaranlagen und Batteriespeicher können TOU-Tarife nutzen, indem sie Off-Peak-Solarstrom speichern und während Spitzenlastfenstern abgeben, wobei dies Messintelligenz und Steuerungssysteme erfordert, um Verbrauch in Echtzeit zu erfassen und zu optimieren.

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