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Elektrotechnik

Fade-in

Englisch: fade in

Ein Stück beginnt mit Stille und die Musiklautstärke wird langsam erhöht, bis die Einleitung des Liedes vollständig zu hören ist.

Fade In: die Lautstärke steigt von Stille zu Beginn an

Ein Fade In ist eine audiotechnische Methode, bei der die Lautstärke über eine festgelegte Dauer, üblicherweise in Sekunden gemessen, schrittweise aus der Stille oder fast Stille ansteigt. Die Kurve dieses Anstiegs kann linear sein (gleichmäßige Lautstärkenänderung pro Zeiteinheit) oder logarithmisch (orientiert sich näher an der wahrgenommenen Lautstärke und dem menschlichen Gehör). In elektrotechnischer Hinsicht erhöht sich das Steuersignal, das den Verstärkungsfaktor des Audioendstufe steuert, gleichmäßig nach oben, anstatt abrupt auf das Sollniveau zu springen.

Fade Ins dienen sowohl technischen als auch künstlerischen Zwecken. Technisch verhindern sie das Klicken oder Knacken, das auftritt, wenn ein Audiosignal plötzlich aus Null eingeschaltet wird. Künstlerisch schaffen sie eine sanfte Einleitung, die die Stimmung vorgeben oder den Hörer in eine Aufnahme hineinziehen kann. Die Dauer variiert stark: Ein zwecksekundiges Fade In funktioniert gut für eine Song-Einleitung, während längere Fades von fünf bis zehn Sekunden sich für Dokumentations-Soundscapes oder Hintergrundmusik eignen. Die Fade-Kurve ist wichtig, da ein linearer Spannungsanstieg nicht wie ein linearer Anstieg der Lautstärke klingt; die meisten professionellen Geräte verwenden eine Kurve mit konstanter Leistung oder eine Exponentialkurve, um die menschliche Hörwahrnehmung nachzubilden.

Umsetzung und Steuerung

Fade Ins werden je nach Kontext auf verschiedene Weise umgesetzt. An analogen Mischpulten schiebt ein Operator physisch einen motorisierten Fader nach oben, der einen Potentiometer verstellt und damit die Amplitude des Signals steuert. In digitalen Audio-Workstations und automatisierten Mischsystemen definieren Automations-Hüllkurven den Verstärkungsfaktor über die Zeit; die Kontrolloberfläche oder die Software berechnet die genaue Spannung oder den digitalen Verstärkungskoeffizienten bei jedem Sample. Viele Audiogeräte haben dedizierte Fade-Tasten oder Menüs, die eine vordefinierte Fade-Rate auslösen.

Die Fade-In-Kurve selbst ist ein kritischer Parameter. Manche Systeme verwenden standardmäßig eine Kurve mit konstanter Leistung, die die konstante Gesamtenergie während des Übergangs aufrechterhält und einen wahrgenommenen Pegelabfall verhindert. Andere nutzen eine lineare Spannungskurve, die in analogen Schaltkreisen einfacher zu realisieren ist, aber so klingt, als würde die Lautstärke in der Mitte leicht absinken. Digitale Systeme können jede mathematisch definierte Kurve umsetzen, einschließlich Ease-in-Funktionen, die langsam starten und sich beschleunigen.

Fade In ist von anderen Volumenübergängen zu unterscheiden. Ein Crossfade beinhaltet, dass ein Signal ansteigt, während ein anderes gleichzeitig abfällt; das ist üblich beim DJ-Mixing und bei Song-Übergängen. Ein langsamer Attack bei einem Synthesizer oder Kompressor ist ein verwandter, aber anderer Regler über die Hüllkurve des Sounds. Der Begriff Fade In stammt aus Film und Radio, wo Bandoperatoren die Abspielpegelphysisch erhöhten; der Begriff ging direkt auf elektronische Mischpulte über und wird weiterhin in Digital-Audio-Software verwendet.

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