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Industrieelektronik

Time-to-Digital Converter

Englisch: time-to-digital converter

Ein Gerät zur Erfassung von Ereignissen und zur Bereitstellung einer digitalen Darstellung des Zeitpunkts ihres Auftretens.

Time-to-Digital-Converter: Ereigniszeitpunkte in Zahlen umwandeln

Ein Time-to-Digital-Converter (TDC) ist ein Integrated Circuit, der das Zeitintervall zwischen zwei elektrischen Ereignissen misst und das Ergebnis als digitalen Wert ausgibt. Typischerweise trifft ein Ereignis am Start-Eingang ein, das andere am Stop-Eingang; der TDC zählt die verstrichene Zeit mit Nanosekunden- oder Pikosekunden-Auflösung und kodiert sie als Binärwort. Das ist hilfreich für Anwendungen, bei denen du präzise numerische Aufzeichnungen brauchst, wann etwas passiert ist, nicht nur dass es passiert ist.

Die Schaltung funktioniert, indem das Zeitintervall durch eine Kette von Verzögerungselementen oder einen Ring-Oszillator läuft; dann zählt sie, wie weit der Puls fortschreitet, bevor das Stop-Signal ankommt. Höherfrequente Oszillatoren liefern feinere Zeitauflösung, kosten aber Leistungsaufnahme und Siliziumfläche. Die meisten modernen TDCs sind in größeren Systemen auf einem Chip (SoCs) integriert, es gibt aber auch eigenständige Versionen für Labor- und Prüfgeräte. Typische Auflösungen liegen zwischen 10 Pikosekunden und einigen hundert Pikosekunden; Messfenster reichen je nach Design von Nanosekunden bis Mikrosekunden.

TDCs sind überall dort zu finden, wo Ereigniszeitpunkte wichtig sind: in Time-of-Flight-(ToF-)Sensoren zur Entfernungsmessung, in Positronen-Emissions-Tomographie-(PET-)Scannern, in zeitgestempelten Photondetektoren, in Radarsystemen und in Teilchenphysik-Experimenten. Sie ermöglichen auch präzise Frequenzmessung durch Erfassung der Ankunftszeiten wiederholter Impulse. In Massenspektrometrie und Lidar wirkt sich die genaue Zeit-zu-Digital-Umwandlung direkt auf die räumliche und Massenauflösung aus.

Fehlerquellen und Entwurfskompromisse

Praktische TDCs leiden unter Integral-Linearitätsfehlern (INL) und Differential-Linearitätsfehlern (DNL), bei denen Verzögerungsstufen nicht identisch reagieren. Temperaturdrift und Spannungsschwankungen verändern die Ausbreitungsverzögerungen und verschieben die Kalibrierung. Totzeit, das Mindeststintervall, das der Converter auflösen kann, setzt eine untere Grenze für messbare Intervalle. Designer reduzieren diese Effekte durch sorgfältiges Layout, Temperaturkompensation und Kalibriereschaltungen, die tatsächliche Verzögerungen gegen ideale Werte abbilden. Fachzeitschriften und Datenblätter geben DNL und INL oft in Bruchteilen eines Least Significant Bit (LSB) an.

Der Name beschreibt die Funktion deutlich: Zeit (die gemessene Größe) zu Digital (die Ausgangsform). Anders als ein Analog-Digital-Converter (ADC), der eine kontinuierliche Spannung digitalisiert, wandelt ein TDC die Domäne der Zeit selbst in eine Zahl um. Diese Unterscheidung ist im Labor und in Spezifikationen wichtig, weil die beiden Geräte verschiedene Probleme lösen und unterschiedliche Anforderungen an den Rest der Signalkette stellen.

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