Zurücksetzen auf Werkseinstellungen
Englisch: factory reset
Ein Vorgang, bei dem ein elektronisches Gerät durch Löschen aller Benutzerdaten und individuellen Einstellungen auf die Werkseinstellung zurückgesetzt wird.
Werkseinstellung: auf den Ursprungszustand zurücksetzen
Eine Werkseinstellung löscht alle gespeicherten Daten, Benutzereinstellungen und benutzerdefinierten Konfigurationen von einem Industriesteuergerät, einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS), einer Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) oder einem Netzwerksensor und versetzt das Gerät in den Originalzustand zurück, in dem es den Hersteller verlassen hat. Dies umfasst das Löschen von Speicherbänken, das Entfernen gespeicherter Rezepte oder Programme, das Entfernen von Netzwerkdaten und das Zurücksetzen aller Parameter auf ihre Standardwerte. Es ist nicht dasselbe wie ein Soft-Neustart; das Gerät führt eine tiefe Löschung des persistenten Speichers durch, normalerweise über interne Firmware-Mechanismen oder ein dediziertes Hardwareverfahren.
Die meisten Industrieelektronikgeräte bieten Werkseinstellungen über eine von drei Methoden an: eine physische Taste, die für eine bestimmte Zeit gedrückt wird (normalerweise 10 bis 30 Sekunden), ein Menübefehl über ein Bedienfeld oder Touchscreen oder ein Firmware-Dienstprogramm, das von einer verbundenen Engineering-Workstation ausgeführt wird. Einige Geräte erfordern die Eingabe eines Entsperrcodes oder eines Admin-Passworts, um versehentliche Löschungen zu verhindern. Netzwerkgeräte können Fernzurücksetzmöglichkeiten über Verwaltungsschnittstellen bieten, obwohl dies normalerweise auf authentifizierte Benutzer in gesicherten Netzwerken beschränkt ist.
Wann und warum es wichtig ist
Werkseinstellungen sind unverzichtbar zur Fehlerbehebung bei Geräten mit beschädigtem Speicher, persistenten Kommunikationsfehlern oder unbekannten Konfigurationen, die von früheren Installationen übernommen wurden. Sie sind auch erforderlich, bevor Geräte stillgelegt oder an eine andere Einrichtung verlagert werden, da benutzerdefinierte Programme und Zugangsdaten entfernt werden müssen. In Produktionsumgebungen kann eine unerwartete Werkseinstellung zum katastrophalen Verlust von laufenden Parametern führen; daher speichern viele Geräte kritische Konfigurationen in externen Dateien oder Backup-Modulen, damit diese einen Reset überstehen und neu geladen werden können.
Der Begriff "Werkseinstellung" ist von Verbraucherelektronik übernommen und vermittelt eine etwas irreführende Konnotation von Sicherheit und Einfachheit. In der Industrie ist der Vorgang ohne gespeicherte Konfigurationssicherung irreversibel und kann Betriebsabläufe vollständig unterbrechen, wenn das Gerät noch in Betrieb ist. Einige Hersteller unterscheiden zwischen einem "vollständigen Reset" (löscht alles) und einem "Parameterreset" (löscht nur Benutzereinstellungen, behält Core-Firmware), daher sollte immer überprüft werden, welcher Modus ausgeführt wird.
Eine Werkseinstellung behebt keine Hardwarefehler, abgenutzte Speicherzellen oder physische Beschädigungen. Sie garantiert auch nicht die Entfernung bestimmter Arten von Firmware-Malware, wenn die Infektion in geschützten Systembereichen unterhalb der benutzergesteuerten Speicherebene gespeichert ist. Für Geräte, die sicherheitskritische Funktionen erfüllen, sollte jeder Reset dokumentiert, anhand der aktuellen Sicherheitszertifizierung validiert und vor der Rückgabe in Betrieb getestet werden.