Hochtöner
Englisch: tweeter
Ein elektronischer Lautsprecher zum Wiedergeben von hochfrequenten Tönen.
Tweeter: die Hochfrequenz-Hälfte deiner Lautsprecher
Ein Tweeter ist ein spezialisierter Lautsprechertreiber, der Schallfrequenzen typischerweise zwischen 2.000 Hz und 20.000 Hz reproduziert, also den oberen Bereich des menschlichen Hörvermögens. Während ein Woofer die Bässe und ein Mitteltöner die mittleren Frequenzen übernimmt, ist die Aufgabe des Tweeters, Klarheit, Details und Präsenz im Höhenbereich zu liefern. Diese Arbeitsteilung über mehrere Treiber wird Crossover-System genannt und existiert, weil keine einzelne Membran schnell genug beweglich ist, um sowohl tiefe Bässe als auch knackige Höhen effizient zu erzeugen.
Tweeter gibt es in mehreren Bauformen. Die häufigste ist der Kuppeltweeter, der eine kleine halbkugel- oder invertierte Kuppelform aus Materialien wie Polypropylen, Seide oder Aluminium verwendet, typischerweise mit einem Durchmesser von 0,75 bis 1,5 Zoll. Darüber sitzt der Horntweeter, der einen ausgestellten Wellenleiter nutzt, um den Schall zu lenken und die Effizienz und Richtwirkung zu verbessern. Bändchentweeter verwenden ein dünnes Metallband, das in einem Magnetfeld aufgehängt ist, und erzeugen eine sehr glatte, detaillierte Frequenzantwort. Piezotweeter nutzen kristalline Materialien, die bei angelegter Spannung vibrieren, sind kostengünstig, werden aber in professioneller Audiotechnik selten eingesetzt, weil sie einen engen Frequenzbereich und schlechte Außerachsen-Eigenschaften haben.
Wo Tweeter sitzen und ausfallen
In einem Mehrtöner-Lautsprechergehäuse sitzt der Tweeter physisch getrennt vom Woofer, oft in seinem eigenen Baffleabschnitt oder Horn montiert. Ein passives Crossover-Netzwerk (aus Kondensatoren, Spulen und Widerständen aufgebaut) teilt das eingehende Signal auf und leitet hohe Frequenzen zum Tweeter, während es niedrige Frequenzen blockiert. Aktive Crossover mit elektronischen Schaltungen statt passiver Komponenten ermöglichen präzisere Kontrolle, erfordern aber zusätzliche Verstärkung und Platz. Die Impedanz des Tweeters, üblicherweise 4 oder 8 Ohm, muss zum Crossover-Design und zum Verstärkerausgang passen.
Die hauptsächlichen Ausfallmechanismen sind mechanischer statt elektrischer Natur. Die Kuppel oder das Band kann durch physischen Aufprall oder thermische Belastung reißen, wenn es bei hoher Lautstärke zu stark beansprucht wird. Die Zentriermittel, ein flexibler Ring aus Material, der die Membran oder Kuppel bewegen lässt, verschleißt durch Alter, Hitze und UV-Strahlung, reißt schließlich oder wird steif und verhindert die Bewegung. Die Schwingspule (der Draht, der um den Kern gewickelt ist und im Magnetfeld sitzt) kann durchbrennen, wenn die Impedanz fällt oder wenn der Verstärker clippt und ungefilterten Gleichstrom sendet. Staub und Feuchte können sich im Spalt ansammeln und den Mechanismus steifer machen.
Der Begriff Tweeter kommt vom hohen Zwitscherlaut eines Vogels, eine Lautmalerei, die hängen blieb, weil diese Treiber buchstäblich zwitschern. In den 1920er und 1930er Jahren, als Radio und Aufnahmen über einmembranige Systeme hinausgingen, erkannten Ingenieure, dass Bässe und Höhen getrennte mechanische Lösungen brauchten. Der Tweeter wurde essentiell für Heimaudiosysteme, Autolautsprecher und professionelle Beschallungsanlagen. Heute findest du sie in allem von Regallautsprechern mit 40 Hz Crossover-Punkt bis zu drei oder fünfwegigen Lautsprechersystemen in Konzerthallen, wo mehrere Tweeter zusammen angeordnet werden können, um größere Abstrahlwinkel zu erreichen als ein einzelner Treiber bieten kann.