SpracheEnglishDeutsch
Industriekeramik

unterbrand

Englisch: underfired

bei niedriger oder zu niedriger Temperatur gebrannt

Untergebrannt: Keramik, die die vollständige Reifungstemperatur nicht erreicht hat

Ein untergebrannter Keramikkörper wurde auf eine Temperatur erhitzt, die unter dem für vollständige Verglasung und Verdichtung erforderlichen Punkt liegt. Dies hinterlässt das Material porös, schwach und bröckelnd mit matter oder kreidiger Oberfläche. Die Glasur, falls aufgetragen, kann matt und kratzig wirken, anstatt glänzend zu sein, und die Haftung auf dem Körper ist oft mangelhaft. Unterbrand tritt in allen Keramikbereichen auf: Steinzeug, Steingut, Porzellan und technische Keramiken.

Die Schwellentemperatur variiert deutlich je nach Tonzusammensetzung und Glasurformulierung. Ein Steinzeugkörper, der bei 1260°C reifen soll, zeigt Unterbrannmerkmale, wenn er nur auf 1100°C gebrannt wird. Steingut erfordert typischerweise 1060 bis 1150°C; Porzellan benötigt 1200 bis 1450°C, je nach Feldspat-Gehalt und Reinheit. Selbst ein Rückfall von 50°C kann bei hochgebranntem Material sichtbaren Unterbrand erzeugen.

Erkennung und Folgen

Untergebrannte Teile nehmen Wasser leicht auf und bekommen schwere Risse. Ihnen fehlt die strukturelle Festigkeit für funktionales Tafelgeschirr oder industrielle Anwendungen. Bei Sanitärkeramik und Isolatoren führt Porenraum zu Bakterienretention und Kriechstromausfällen. Das Material bleibt bröckelnd: Es bricht und splittert leicht während des Handlings, Glasierens oder Stapelns. Auf dem Ofenplatz haften untergebrannte Teile oft fest oder verschieben sich, was zu Verformungen führt.

Häufige Ursachen sind Fehler bei der Ofentemperaturmessung (kalibrierte Pyrometer), vorzeitige Beendigung des Brennzyklus, schlechte Wärmeisolation mit lokalen Kühlzonen oder unzureichende Brennerleistung. In Reduktionstöfen können unzureichender Zug oder unvollständige Verbrennung verhindern, dass der Ofen die Spitzentemperatur erreicht. Unzureichende Beladung, die die Wärmezirkulation blockiert, ist ebenfalls häufig.

Der Begriff Unterbrand steht im Gegensatz zu Überbranntem (Verglasung zu vollständig, Aufblähen und Glasurlauf) und richtig Gebranntem (Spitzentemperatur erreicht und gehalten). In der Praxis sprechen Töpfer und Ofenführer davon, dass Teile 'kurz gebrannt' oder der Ofen 'nicht hochgegangen' ist, was bedeutet, dass er die Solltemperatur nicht erreicht hat. Das frühe Erkennen von Unterbrand in einem Produktionslauf verhindert Verschwendung von Arbeit beim Schrühbrand und Glasieren von Material, das im Gebrauch fehlschlagen wird.

Mehr aus Industrial ceramics

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.