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Industriekeramik

Agateware

Englisch: agateware

Keramik, die mit kontrastierend gefärbten Tonen verziert ist und die Schichtung der Farben in einem Achatstein nachahmt.

Agateware: geschichtete Tonkeramik, die Naturstein imitiert

Agateware ist eine Art Steinzeug oder Irdenware, bei der Tone unterschiedlicher Farben vor dem Formen gemischt oder laminiert werden. Die Schichten bleiben teilweise an der Oberfläche sichtbar und erzeugen eine geäderte oder gebänderte Optik, die an Achat oder andere Halbedelsteine erinnert. Der Effekt entsteht durch handwerkliches Vermischen farbiger Tonmassen oder durch Schichtung dünner, kontrastierender Tonblätter, die beim Drehen oder von Hand gefertigten Objekten teilweise verschmolzen werden. Anders als aufglasierte Verzierungen verläuft das Muster bei Agateware durch die gesamte Tonmasse.

Die Technik wurde kommerziell bedeutsam in England während des mittleren 18. Jahrhunderts, besonders in Staffordshire, wo Töpfer lokales rotes Irdenzeug mit weißen oder cremefarben Tonen kombinierten. Die Farbkombinationen konnten braun, blau, grün oder violette Tone mit Creme oder Weiß vermischt enthalten. Das Muster wurde dadurch verstärkt, dass die Tonmassen unterschiedlich auf die Brennhitze reagierten und natürliche Farbveränderungen entstanden. Querschnitte und Bruchkanten zeigten die volle Tiefe der Musterung, was Teil der ästhetischen Wirkung war.

Produktionsverfahren und Kontrolle

Das zuverlässigste Verfahren bestand darin, dünne Tonschichten unterschiedlicher Farben zu Bündeln zu rollen und diese Pakete dann zu drehen oder zu falten, um die Farben unregelmäßig zu verteilen. Dieser laminierte Block wurde dann leicht wieder gemischt, um die Schichten zu verbinden, ohne sie vollständig zu homogenisieren. Der Töpfer konnte das Gefäß dann drehen oder von Hand modellieren, und die Schnittbewegungen beim Formen legten Farbbänder frei. Der Erfolg hing davon ab, wie viel Vermischung stattfand: Zu viel Vermischen erzeugte einen undeutlichen, trüben Eindruck, zu wenig Vermischen hinterließ scharfe, nicht integrierte Nähte, die beim Brand aufbrechen konnten.

Agateware verlor schon anfang des 19. Jahrhunderts an Beliebtheit, als verfeinerte Irdenwaretone und gedruckte Transferdekoration dominant wurden. Die Technik blieb allerdings bei Studio- und Kunsthandwerkstöpfern erhalten. Die Arbeitskosten für das handwerkliche Vermischen farbiger Tone, kombiniert mit der Unvorhersehbarkeit des endgültigen Musters, machten sie industriellen Methoden gegenüber unrentabel. Moderne Kunsthandwerkstöpfer greifen gelegentlich auf die Technik zurück, weil diese Unvorhersehbarkeit jetzt als Zeichen handwerklicher Arbeit geschätzt wird, nicht als kommerzieller Nachteil.

Der Name bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit Achat, einer Varietät des Chalzedons mit ausgeprägten Farbbändern. Echte Agateware erreichte aber selten die präzisen geometrischen Schichten von Naturstein. Die Technik verkörpert ein breiteres Anliegen der Keramik des 18. Jahrhunderts, teure Naturmaterialien nachzuahmen oder anzudeuten: Ähnliche Verfahren wurden bei Schildpattware und marmorierter Keramik angewendet, die auf vergleichbaren Tonmischtechniken basierten.

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