Dampflock
Englisch: vapor lock
Ein hauptsächlich bei benzinbetriebenen Verbrennungsmotoren auftretendes Problem, bei dem der flüssige Brennstoff in der Kraftstoffförderanlage vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, wodurch der Pumpendruck sinkt und Leistungsverluste oder kompletter Motorstillstand entstehen.
Dampflock: wenn Kraftstoff vor der Verbrennung verdampft
Dampflock tritt auf, wenn flüssiges Benzin in den Kraftstoffleitungen oder im Vergaser verdampft, bevor es die Brennkammer des Motors erreicht. Das passiert, weil der Druck im Kraftstoffsystem unter den Luftdruck fällt oder die Temperaturen den Siedepunkt des Kraftstoffs übersteigen, typischerweise zwischen 40 und 220 Grad Celsius je nach Zusammensetzung und Flüchtigkeit des Kraftstoffs. Wenn Kraftstoff vorzeitig verdampft, kann die Kraftstoffpumpe nicht mehr Flüssigkeit fördern; stattdessen bewegt sie Dampf, der mehr Volumen einnimmt und eine Luftblase erzeugt. Die Einspritzdüsen oder der Vergaser bekommen unzureichenden Druck und Durchfluss, der Motor wird unterversorgt.
Dampflock tritt in heißen Klimazonen, in großen Höhen oder nach längerem Leerlauf in direkter Sonneneinstrahlung am häufigsten auf. Sommerkraftstoff, entwickelt zur Reduzierung von Verdunstungsemissionen, hat höhere Flüchtigkeit und siedet leichter als Winterkraftstoff. Kraftstoffleitungen, die zu nah am Motorblock oder Auspuffkrümmer verlegt sind, unzureichende Isolierung der Kraftstoffleitungen oder eine schwache Kraftstoffpumpe, die den erforderlichen Systemdruck nicht aufrechterhalten kann, erhöhen das Risiko. Symptome sind raues Leerlaufverhalten, Zögern bei Beschleunigung, plötzliches Absterben und Startschwierigkeiten im warmen Zustand.
Vorbeugung und Abhilfe
Moderne Fahrzeuge haben Dampflock weitgehend durch Einspritzsysteme eliminiert, die höhere Kraftstoffdrücke in der Leitung aufrechterhalten (typisch 40 bis 60 psi bei Saugrohreinspritzung, 200 bis 300 psi oder mehr bei direkter Einspritzung), kontinuierliche Kraftstoffzirkulation, die den Kraftstoff kühlt, und Rückleitungen, die überschüssigen Kraftstoff zurück zum Tank leiten. Ältere Vergasermotoren erforderten Abschirmung der Kraftstoffleitungen, isolierte Schläuche, wärmefeste Schläuche mit entsprechender Freigabe und manchmal mechanische oder elektrische Kraftstoffpumpen mit ausreichender Förderleistung. Einige Fahrzeuge hatten Dampfrückleitungen, die während des Betriebs gasförmigen Kraftstoff zurück zum Tank ableiteten. Das Abkühlen des Motors vor dem Neustart und Parken im Schatten in heißem Wetter bleiben praktische Maßnahmen bei anfälligen Fahrzeugen.
Der Begriff widerspiegelt die Zustandsänderung: flüssiger Kraftstoff blockiert die Kraftstoffpumpe, indem er zu Dampf wird, der keinen hydraulischen Druck aufrechterhalten kann. Dampflock war am verbreitetsten in den 1960er bis 1980er Jahren, als Vergaser und Niederdruckzahnradpumpen dominierten und die Temperaturen im Motorraum ständig anstiegen. Moderne Benzineinspritzung und elektronische Motorsteuerung haben die Störung bei aktuellen Serienfahrzeugen selten gemacht, sie bleibt aber eine Gefahr bei Klassikern, Motorrädern, Schiffsmotoren und kleinen Geräten, die unter extremer Hitze oder Höhe arbeiten.