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Elektrotechnik

Taschentelefon

Englisch: watch receiver

Kleiner Telefonhörer in Taschenuhrenform.

Uhrenempfänger: Als Uhr getarnte Kopfhörermuschel

Ein Uhrenempfänger ist eine miniaturisierte Telefonhörermuschel, die in einem Gehäuse untergebracht ist, das einer Taschenuhr oder Armbanduhr ähnelt. Das Gerät enthält einen kleinen elektromagnetischen Lautsprecher und wurde entwickelt, um Audiosignale von einem entfernten Sender zu empfangen. Dadurch konnte eine Person Gespräche oder Signale abhören, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Die Ähnlichkeit mit einer funktionierenden Uhr machte es unauffällig, wenn man es trug oder bei sich trug.

Diese Geräte entstanden in der frühen 20. Jahrhundert parallel zu Experimenten mit drahtloser Telegrafie. Die Hörermuschel selbst, typischerweise ein kleiner dynamischer oder magnetischer Lautsprecher, war in einem Metall- oder Zelluloidgehäuse montiert, das mit einem Uhrenglas oder leeren Zifferblatt ausgestattet war. Ein dünnes Kabel verbindet den Empfänger mit der Sender-Ausrüstung, obwohl einige spätere Konstruktionen auch drahtlosen Empfang ermöglichten. Die Gehäusemaße entsprachen Standard-Taschenuhren jener Zeit mit einem Durchmesser von etwa 50 bis 60 Millimetern.

Anwendungen und Varianten

Uhrenempfänger wurden bei militärischen und nachrichtendienstlichen Operationen, bei Sportwettkämpfen (besonders Pferderennen) und bei Theateraufführungen eingesetzt, wo stille Kommunikation zwischen Schauspielern erforderlich war. Varianten umfassten Modelle mit Kristallhörermuscheln, Magnetspulenkonstruktionen und Ausführungen mit einfachen Abstimmkreisen. Einige verfügten über ein kleines Batteriefach für direkte Verstärkung, obwohl die meisten auf eine externe Stromquelle für die Signalstärke angewiesen waren.

Die Technologie verlor an Bedeutung mit der Einführung von Transistorradios und miniaturisierten elektronischen Komponenten in den 1950er und 1960er Jahren, die viel kleiner und praktischer hergestellt werden konnten. Moderne Überwachungs- und Kommunikationsgeräte haben den Uhrenempfänger obsolet gemacht, obwohl das Konzept spätere Spionage-Gadgets und tragbare Kommunikationsgeräte beeinflusste.

In industriellen Kontexten erschienen Uhrenempfänger gelegentlich in Signalisierungssystemen auf Fabrikböden, wo Arbeiter Alarme oder Anweisungen erhalten mussten, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. Die Form einer Armbanduhr oder Taschenuhr ermöglichte freihändigen Betrieb und minimale Störung des Maschinenbetriebs, wobei drahtgebundene Verbindungen jedoch die Bewegungsfreiheit im Vergleich zu später entwickelten drahtlosen Systemen einschränkten.

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