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Elektrotechnik

ROIP

Radio over IP: ROIP erweitert VOIP auf Funkwiederholer und Basisstationen.

ROIP: Funkverkehr über Datennetzwerke

Radio over IP (ROIP) ist eine Technologie, die Hochfrequenzsignale, Sprache und Steuerdaten über Standard-IP-Netzwerke, typischerweise Ethernet oder das Internet, überträgt. Anstatt dedizierte Kupferleitungen oder Funkstrecken zwischen einer Basisstation und ihrem Repeater oder zwischen Leitstelle und Außengeräten zu betreiben, kodiert ROIP die Funk-Audioausgabe und Signalisierung in IP-Pakete und routet sie wie jeden anderen Netzwerkverkehr. Dies ermöglicht es Bedienern, Funkanlagesysteme mit moderner Dateninfrastruktur zu integrieren, physische Verdrahtung zu reduzieren und die Reichweite über geografische Entfernungen zu erweitern, die nur durch Netzwerklaufzeit und Bandbreite begrenzt sind.

ROIP unterscheidet sich grundlegend von VoIP, weil Funksysteme nicht nur Sprache, sondern auch nicht hörbarer Steuersignale übertragen: CTCSS-Töne, DCS-Codes und Repeater-Kennungen. Das ROIP-Gateway muss diese Elemente erfassen, ihre zeitliche Abfolge bewahren und sie am Gegenpunkt originalgetreu rekonstruieren. Paketverlusti oder Jitter von mehr als etwa 150 Millisekunden werden für Funkbediener wahrnehmbar und beeinträchtigen die Zuverlässigkeit der tongesteuerten Signalisierung. Die meisten ROIP-Implementierungen verwenden Codecs, die für Sprachverständlichkeit und nicht für hohe Wiedergabetreue optimiert sind: G.729 oder proprietäre 8-kHz-Schmalbandcodierung.

Häufige Einsatzmuster

ROIP tritt am häufigsten in zwei Konfigurationen auf. Erstens verbindet sich eine Repeater-Stelle mit mehreren Antennen über ROIP mit einer zentralen Leitstelle; der Leitstellen-Operator sieht einen einzigen logischen Repeater, obwohl die tatsächlichen Send- und Empfangspfade möglicherweise Kilometer entfernt sind. Zweitens kommuniziert ein mobiles oder tragbares Funkgerät über ROIP-Rückkanal mit einem Repeater, was eine Reichweitenerweiterung ermöglicht, wenn herkömmliche Repeaterverbindungen unpraktisch oder zu teuer sind. Industrie- und Versorgungsbetreiber nutzen ROIP, um Funknetze über Umspannwerke, Rohrleitungen und ländliche Versorgungsgebiete zu vereinheitlichen, ohne neue Richtfunk- oder Mietleitung-Infrastruktur zu bauen.

Ausfallmuster kombinieren die Eigenschaften von Funk- und IP-Systemen. Der Verlust der Netzwerkverbindung schaltet den Repeater sofort stumm. Paketbeschädigung kann Audio stummschalten oder Steuertöne unterdrücken, was dazu führt, dass der Repeater ohne Übertragung aktiviert wird oder sich selbst nicht identifizieren kann. Laufzeitvariation (Jitter) kann zu Audioausfällen führen oder am Repeater-Ende zu Störungen bei der nächsten Übertragung, wenn Pakete in falscher Reihenfolge ankommen. Die meisten produktiven ROIP-Systeme umfassen redundante Netzwerkverbindungen, lokale Audiopufferung und Watchdog-Timer, die auf analoge Sicherung umschalten, wenn die IP-Verbindung länger als wenige Sekunden unterbrochen ist.

Das Akronym folgt dem Muster von VoIP (Voice over IP), das in den 1990er Jahren entstand und um die Protokolle SIP und RTP standardisiert wurde. ROIP nutzt dieselbe zugrunde liegende Paketinfrastruktur, fügt aber die Einschränkungen der Funksignalisierung hinzu. Einige Anbieter verwenden alternative Bezeichnungen wie Funk-Gateway oder Radio-over-Internet, aber ROIP ist zum Standard-Begriff in professionellen Funkkreisen geworden.

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