winterabgeweidet
Englisch: winter-hained
Von einer Weide: das Vieh wurde entfernt, damit sich die Fläche vom Weidgang erholen kann.
Winterhude: Weidefläche, die sich von der Viehbeweidung erholen soll
Winterhude ist Land, von dem Weidetiere während des Winters ferngehalten werden, damit sich Boden und Vegetation erholen können. Der Begriff gehört zur Rotationsweidewirtschaft, bei der Flächen in der Ruhezeit bewusst leergefahren werden, damit Wurzelsysteme Fuß fassen und organische Substanz vor dem Frühjahrswachstum wieder aufgebaut werden können.
Die Praxis lässt die Grasnarbe in ihrer verletzlichsten Zeit ruhen. Winterbeweidung, besonders auf nassen oder tonigen Böden, verursacht Trittschäden: Die Hufe von Rindern oder Schafen wühlen die Oberfläche in Matsch um, verdichten den Boden und töten die Grastriebe an der Basis ab. Durch die vollständige Entfernung von Vieh für drei bis vier Monate entgeht die Weide diesem mechanischen Schaden und Wasser kann freier abfließen. Das Frühjahrswachstum entsteht dann auf einem weniger beschädigten Untergrund.
Winterhude funktioniert am besten auf schweren Böden, wo Verdichtung der limitierende Faktor ist. Leichte Sandweiden profitieren weniger; umgekehrt zeigen Ton- und Schluffböden nach einer einzigen Winterruhe deutliche Verbesserungen in der botanischen Zusammensetzung und Produktivität. Landwirte bringen das Vieh üblicherweise auf Notgrasflächen, in Stallungen oder mit zugekauftem Futter unter, statt die produktiven Flächen über die nassen Monate zu ruinieren.
Zeitpunkt und rotationstechnischer Kontext
Der Begriff deutet auf ein verwaltetes System hin, nicht auf zufällige Aufgabe. Vieh wird im November oder Dezember entfernt und im April oder Mai zurückgebracht, sobald sich die Bodenverhältnisse bessern. Hudeflächen zeigen oft schnellere Frühjahrsbestände und höhere Kleegehalte, weil die Streuschicht nicht zertreten wird und die Bodenoberfläche nicht durch Hufentritte versiegelt ist. Das nachfolgende Wachstum kann die Weidesaison um zwei bis drei Wochen im Vergleich zu ständig beweideten Flächen verlängern.Das Wort "Hude" stammt aus dem schottischen und nordengglischen Sprachraum und bedeutet schützen oder bewahren. Eine Hudefläche ist wörtlich eine geschützte Fläche. Die Praxis ist am meisten in der Hochland- und Hügellandwirtschaft verbreitet, wo nasse Winter und schwere Bodentypen Standard-Beweidung riskant machen, sowie in ökologischen Systemen, wo chemische Hilfsstoffe Bodenschäden nicht ausgleichen können. Winterhude ist eine kostengünstige Investition in die Langlebigkeit von Weiden und erfordert nur Änderungen der Besatzdichte, nicht neue Infrastruktur.