Winze
Englisch: winze
Ein steiler Schacht zum Verbinden zweier Sohlen im Bergbau, zur Erkundung größerer Tiefen bei der Überlegung, eine neue Sohle zu eröffnen, oder zur Gewährleistung einer erzwungenen Belüftung tieferer Sohlen.
Wetterschacht: ein vertikaler Schacht, der Sohlen verbindet
Ein Wetterschacht ist ein steil geneigter oder vertikaler Schacht zwischen zwei bestehenden Sohlen oder von einer Arbeitssohle hinab in unmappiertes Gestein. Anders als ein Hauptschacht, der Erz, Personal und Bewetterung für das gesamte Bergwerk führt, hat ein Wetterschacht eine begrenztere Aufgabe: Verbindung benachbarter Sohlen, Erzprobe in der Tiefe oder Bewetterung der tieferen Bereiche. Wetterschächte sind in der Regel kleiner im Durchmesser als Hauptschächte und werden oft als Aufhauen oder Absenken getrieben, das heißt, sie können je nach Gebirgsverhältnissen und Zugänglichkeit entweder von unten nach oben oder von oben nach unten vorgetrieben werden.
Der häufigste Einsatz ist die Verbesserung der Grubengeometrie und des Arbeitsablaufs. Ein vertikaler oder nahezu vertikaler Wetterschacht zwischen Sohlen ermöglicht es Bergleuten, Erz durch die Schwerkraft nach unten zu befördern und so Transportwege zu verkürzen, oder Personal und Ausrüstung zwischen Sohlen zu transportieren, ohne den Hauptschacht zu nutzen. Erkundungsschächte haben eine andere Funktion: Ein Bergbaubetreiber, der einen Schacht in jungfräuliches Gestein unterhalb einer Arbeitssohle treibt, kann Bohrproben entnehmen und die Erzlagerstätte untersuchen, bevor er sich zum Auffahren einer neuen Produktionssohle entschließt. Diese Erkundungsarbeit verhindert hohe Kosten beim Abteufen und Ausbauen einer neuen Sohle in taubem Gestein.
Bewetterung und Gefahren
Bewetterungsschächte sind speziell für die Luftbewegung vorgesehen. In tiefen Gruben muss Frischluft von den Hauptventilatoren alle Arbeitssohlen erreichen. Ein Bewetterungsschacht ermöglicht es der Abluft aus tieferen Sohlen, nach oben zu strömen, ohne sich mit der Zuluft zu vermischen und so die Zirkulation in ansonsten stagnierenden Bereichen aufrechtzuerhalten. Dies ist entscheidend in Kohlegruben und anderen Betrieben, wo die Ansammlung von Methan oder Kohlendioxid Explosions- oder Erstickungsgefahren darstellt.
Wetterschächte sind schwierig zu treiben, weil sie über ihre gesamte Länge gegen Gebirgsdruck gesichert werden müssen, und ein Schachteinsturz kann Arbeiter verletzen oder töten. Der Begriff stammt aus alter Bergbausprache, möglicherweise vom spanischen Wort vena (Ader), wobei die Herkunft unsicher ist. Ein Wetterschacht unterscheidet sich von einem Aufhauen (das speziell ein nach oben getriebener Schacht ist) und von einem Abbau (eine nach einer Erzlagerstätte aufgefahrene Kammer), obwohl die Ausdrücke in der Praxis manchmal synonym verwendet werden.
Die Abmessungen von Wetterschächten richten sich nach dem Zweck. Ein Erkundungsschacht kann 1,2 bis 1,5 Meter Durchmesser haben; ein Förderungsschacht mit erheblicher Erzförderung kann 2 bis 3 Meter erreichen. Sie werden üblicherweise mit Holz oder Spritzbeton ausgebaut oder mit Stahlzulagern gesichert, um Einstürze zu verhindern. In modernen Gruben sind einige Wetterschächte mit Schachthütten oder Förderbändern ausgerüstet, um Erz zwischen den Sohlen effizienter als durch bloße Schwerkraft zu befördern.