WPI
Abkürzung für wrap per inch (Windungen pro Zoll).
WPI: Windungen pro Zoll, gemessen um ein Faserring
Wraps per Inch (WPI) ist eine physikalische Messgröße für die Fadenfeinheit, bestimmt durch das Zählen, wie viele Windungen eines Fadens in einen linearen Zoll passen, wenn er locker um einen Stab oder Dorn gewickelt wird. Es ist eine schnelle, praktische Methode, um das Fadengewicht ohne Waage oder Referenztabellen zu schätzen, verwendet in der Textilherstellung, beim Handspinnen und in der Fadenversorgung. Höhere WPI-Zahlen zeigen dünnere Fäden an; niedrigere Zahlen zeigen dickere Fäden an.
Um WPI zu messen, wird eine Fadenmuster fest, aber ohne Spannung um einen Stab (typischerweise 1/4 Zoll Durchmesser) gewickelt, und die Anzahl der vollständigen Windungen, die genau einen Zoll Länge abdecken, wird gezählt. Ein Fingerling-Faden könnte 24 bis 28 WPI messen, während ein dicker Faden 8 bis 12 WPI sein könnte. Die Methode setzt einen Faden mit gleichmäßigem Durchmesser voraus und berücksichtigt keine Voluminosität, Kräuselung oder Materialichte, daher funktioniert sie am besten als Rauheitsorientierungsmittel statt als Präzisionsstandard.
WPI dient als Brücke zwischen Fadengewicht und Fasergehalt in Fabrikumgebungen und unter Spinnern. Eine Fadenspule unbekannter Herkunft kann schnell in eine Gewichtskategorie eingeordnet werden; zwei Fäden mit identischem WPI können sich in einem fertigen Textil dennoch unterschiedlich verhalten, weil Elastizität, Drehung und Fasertyp Griff und Fall beeinflussen. Die Messung ist informell genug, dass Fabrikarbeiter und Hobbyisten gleichermaßen ihr vertrauen, hat aber echte Grenzen: Sie kann keine Fadenkonstruktion (gezwirnt gegen einzeln, fest oder locker gedreht) berücksichtigen, daher können zwei 20 WPI Muster zu sehr unterschiedlichen Maschen stricken.
Warum der Name wichtig ist: "Wrap per Inch" beschreibt die wörtliche Aktion: Man wickelt den Faden und zählt die Windungen. Es vermeidet Unklarheiten mit anderen Feinheitsmessungen wie Denier (Gewicht pro Längeneinheit) oder Tex (metrische Alternative zu Denier). Im internationalen Handel bleibt WPI am häufigsten in englischsprachigen Fadenmärkten verbreitet, während Kontinentaleuropa und Fadenhersteller eher Meteranzahl pro Gramm oder Meter pro Kilogramm veröffentlichen.
WPI ist zuverlässigster für einsträngige, gleichmäßige Fäden. Modische Fäden, Verdickungen und dicke Noppen setzen der Messung zu. Sie setzt auch Umgebungsspannung und einen Standard-Dorn voraus; Ergebnisse können abweichen, wenn Wickeldruck oder Stabdurchmesser variieren. Für Produktionskontrolle und Spezifikationsarbeit verlassen sich Mühlen stattdessen darauf, eine feste Fadenlänge zu wiegen, aber WPI bleibt die schnellste Feldprobe und der nützlichste Bezugspunkt in einem Spinner- oder Färber-Werkzeugkasten.