WORM
Englisch: write once, read many
Datenspeichergerät, bei dem geschriebene Informationen nicht verändert werden können.
WORM: Daten nach dem ersten Schreiben fixiert
Ein WORM-Gerät (Write Once, Read Many) ist optisches oder magnetisches Speichermedium, auf dem Daten nach dem Schreiben nicht überschrieben oder gelöscht werden können. Die Aufzeichnungsschicht ändert während des Schreibens ihren physikalischen Zustand, typischerweise durch einen Laser, der Markierungen in ein Polykarbonat-Substrat oder ein Phasenwechsel-Material brennt. Ist diese Schicht einmal verändert, bleibt sie verändert. Benutzer können die Daten beliebig oft auslesen, aber keine nachfolgenden Schreibvorgänge können auf diese Sektoren zugreifen.
WORM-Medien gibt es in verschiedenen physikalischen Formaten. Optische Discs (CD-R, DVD-R) nutzen eine Farbschicht, die bei Bestrahlung durch einen hochleistungs-Laser irreversibel dunkler wird; beim Lesen wird eine niedrigere Laserleistung verwendet, die die Markierungen nicht verändert. Magneto-optische Discs funktionieren nach einem anderen Prinzip: Ein Laser erhitzt das Material über seinen Curie-Punkt, während ein Magnetfeld die Polarität setzt und Markierungen erzeugt, die nicht neu geschrieben werden können. Einige frühe Phasenwechsel-Medien unterlagen WORM-Beschränkungen, bevor wiederaufschreibbare Versionen zum Standard wurden.
WORM-Speicher ist in regulierten Branchen vorgeschrieben, wo Datenintegrität und Audit-Trails gesetzliche Anforderungen sind. Finanzinstitute, Gesundheitseinrichtungen und Pharmahersteller nutzen WORM, um sicherzustellen, dass Transaktionsprotokolle, Patientenakten und Chargendokumentationen nicht nachträglich geändert werden können. Ein Regulator oder Auditor kann vertrauen, dass eine Datei mit einem Zeitstempel von 2015 tatsächlich 2015 geschrieben wurde und seitdem nicht manipuliert worden ist. Backup-Archive und kalte Speicher profitieren ebenfalls von dieser Schreibschutz-Garantie.
Die praktische Beschränkung liegt in Kapazität und Geschwindigkeit im Vergleich zu wiederaufschreibbaren Medien. Eine WORM-DVD speichert 4,7 GB, ähnlich einer Standard-DVD-R, aber nach dem Füllen wird sie dauerhaft schreibgeschützt. Organisationen müssen mehrere WORM-Discs als Archive verwalten, wenn diese wachsen. Jukebox-Systeme mit Roboterarmen können Hunderte von Discs handhaben und laden Medien automatisch zur Abfrage. Allerdings ist dieser Ansatz inzwischen Altbestand; Cloud- und bandbasierte Archive mit kryptografischer Überprüfung haben WORM-Optik-Medien in neuen Installationen weitgehend ersetzt.
Der Begriff spiegelt die Asymmetrie des Vorgangs wider: Information fließt nur in eine Richtung. Schreiben passiert einmal pro Sektor; Lesen passiert viele Male. Diese Einfachheit ist ihre Stärke im Compliance-Kontext. Eine WORM-Disc kann nicht versehentlich während der routinemäßigen Speicherung oder dem Abruf überschrieben werden, und kein Firmware-Fehler oder Benutzerfehler kann archivierte Daten beschädigen. Der Preis dafür sind Komfort und Flexibilität, weshalb WORM auf Archive und Compliance-Anwendungsfälle beschränkt bleibt und nicht für allgemeinen Speicher verwendet wird.