SpracheEnglishDeutsch
Fertigung

heftig befallen

Englisch: yeast-bitten

adjectiveFertigung

Bier, in das Hefeschaum wieder in den Bierkörper eingedrungen ist.

Hefebissen: Bier mit Fehlgärung durch zurückgefallenes Hefeschaum

Hefebissen beschreibt einen Fehler im Bier, bei dem der während der Gärung aufgestiegene Schaum in sich zusammenfällt und zurück in die Flüssigkeit sinkt. Dabei gelangen unerwünschte Hefezellen und organische Stoffe ins Bier, die das Endprodukt verschlechtern. Dies passiert, wenn die Gärbedingungen nicht richtig gesteuert werden und die intensive Hefetätigkeit überläuft und dann abebbt, wodurch Verunreinigungen entstehen, die Geschmack und Klarheit beeinträchtigen.

Der Fehler tritt am häufigsten bei offener Gärung auf, wenn der Brauer nicht genug Platz für Schaumaufstieg lässt oder den Schaum nicht regelmäßig abzieht. Wenn Hefezellen und Proteine an der Oberfläche gerinnen, bilden sie einen dicken Kopf, den man Krausen nennt. Fällt dieser in sich zusammen, statt ihn zu entfernen, trägt er Hefesatz, Hopfenharze und Trubstoffe zurück ins Bier. Das Problem tritt besonders häufig bei Gärtemperaturen über 20 Grad Celsius auf, wo die Hefetätigkeit aggressiver ist.

Den Fehler verhindern und erkennen

Moderne Brauereien vermeiden Hefebissen durch kontrollierte Gärtemperatur, richtig dimensionierte Gärgefäße, die Schaumaufstieg ohne Überläufer ermöglichen, und regelmäßiges Abziehen der Krausen in den ersten 24 bis 72 Stunden der aktiven Gärung. Geschlossene Gärgefäße mit Gärausstößrohren leiten überschüssigen Schaum ab, statt ihn zurück ins Bier zu lassen. Ein befallenes Bier zeigt Trübung, unangenehme Geschmacksnoten nach Hefe oder Schwefel und eine verkürzte Haltbarkeit, da noch lebende Hefe Restzucker abbaut.

Der Begriff spiegelt die lange Brautradition mit offener Gärung wider. Vor Kühlung und geschlossenen Behältern beurteilten Brauer die Gärkraft teilweise danach, wie die Krausen aussah, und entfernten sie von Hand oder mit flachen Schöpfern. Ein Bier, in das der Schaum sichtbar zurückgefallen war, trug die physischen Spuren schludriger Arbeit, daher der Name: Die Hefe hatte ins Bier zurückgebissen, das eigentlich sauber hätte sein sollen.

In der modernen Aleproduktion ist Hefebissen heute ein vermeidbarer Fehler und kein akzeptiertes Risiko mehr. Lagerbiere haben dieses Problem seltener, da kalte Gärung einen sanfteren und langsameren Schaumaufstieg erzeugt. Allerdings bleibt jede Brauerei mit hochvergärbaren Würzen oder Raumtemperaturgärung ohne Temperaturkontrolle anfällig. Mit Labortests zur Hefezellzahl im fertigen Bier lässt sich der Fehler vor dem Abfüllen nachweisen.

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