Blower: Von Gaslecks zu Maschinen, die Luft bewegen
Im Bergbau ist ein blower ein gefährliches geologisches Leck; überall sonst ist es eine Maschine, die Luft und Staub bewegt.
Außerhalb des Bergbaus ist ein blower eine Maschine: ein Ventilator, ein Kompressor, eine Pumpe, die Luft bewegt. Man bläst Kerzen aus. Ein Laubbläser zerstreut Laub und Schmutz. Ein Smoker in der Imkerei nutzt einen blower mit Blasebalg, um ein Bienenvolk vor der Arbeit zu beruhigen. Überall in der Alltagssprache ist ein blower etwas, das Luft oder Gas drückt, verdichtet oder in Bewegung versetzt.
Im Bergbau und bei der Rohstoffgewinnung bedeutet blower etwas völlig anderes und viel Gefährlicheres. Es ist eine Spalte oder ein Riss in Kohleflözen oder Gestein, aus dem von Natur aus Schlagwetter austritt, ein Gemisch aus Methan und Luft, oft über Jahre hinweg. Das Gas kommt nicht von einer Maschine. Es kommt aus der Erde selbst und sickert unter geologischem Druck heraus. Ein blower kann Schlagwetter in großen Mengen freisetzen und einen Punkt zur andauernden Gefahr machen. Frühe Bergarbeiter konnten das nicht kontrollieren oder abstellen. Es entwich einfach, und das Gas sammelte sich in geschlossenen Grubenbauen an, wo schon ein Funke eine Explosion auslösen konnte.
Die gemeinsame Metapher verbindet beide Bedeutungen: etwas, das einen Gasstrom erzeugt oder lenkt. Doch die Herkunft und der Kontext teilen sie auf. Der mechanische blower entstand mit der Entwicklung der Industrietechnik, besonders in Lüftungsanlagen und später als tragbare Ventilatoren. Der geologische blower reicht Jahrhunderte vorher zurück. Bergarbeiter stießen auf Spalten, die von Natur aus Gas freigaben, und nannten das Phänomen nach dem, was sie kannten: den Blasebalgen und Zuganlagen, mit denen sie Luft von Hand bewegten. Eine Spalte, die von selbst Gas freigab, wurde durch Umkehrung der Metapher zum blower, nicht weil sie einen Motor hat, sondern weil sie das tut, was ein Blasebalg tut.
Die Bergbaufachsprache kennt auch den dry blower, eine mechanische Maschine, die Druckluft nutzt, um leichte Feinanteile von schwereren Erzen in der Aufbereitungsgut zu trennen. Hier gibt die Bergarbeiterwelt der Maschine ihren Namen zurück und macht blower zu einem Konzentrationswerkzeug statt zur Gefahrwarnung. Beide Bedeutungen bleiben in der Bergbauterminologie bestehen, weil sie unterschiedliche Dinge beschreiben: eine ist eine geologische Gefahr, die andere ein Anreicherungsgerät. Der Weg des Wortes von der natürlichen Spalte zur Maschine bis zum Konzentrationswerkzeug zeigt, wie Fachsprache Bedeutungen schichtet, ohne die alte Bedeutung zu löschen.
The dictionary entry
blower
(noun, mining and extraction)
A fissure from which firedamp issues, often in quantity for many years.