Lum: vom Kamin zur Schachtöffnung
Ein Schornstein wird zur kritischen Lüftungsöffnung einer Mine, die Frischluft hinab und verbrauchte Luft hinauf zieht.
Für die meisten Menschen ist ein lum einfach ein Kamin, der Schacht, durch den Rauch von einem Kaminfeuer oder Ofen nach oben ins Freie über dem Dach entweicht. Das Wort ist besonders im Schottischen und im Norden Englands verbreitet, wo es noch heute alltägliches Vokabular für etwas so Vertrautes bleibt, dass kaum jemand im normalen Gespräch den lateinisch abgeleiteten Begriff chimney nutzt.
Im Bergbau ist ein lum die Öffnung eines Schachts an der Oberfläche, der die unterirdischen Abbaubereiche mit der Oberfläche verbindet. Genauer gesagt ist es die Schachtöffnung auf Flöz, wo Frischluft eindringt oder verbrauchte Luft austritt, je nachdem, ob der lum als Ansaugstelle oder als Rückleitung fungiert. Der lum ist dort, wo das gesamte Lüftungssystem der Mine beginnt und endet. Ist der lum zu klein oder verstopft durch Schutt, Kohlenstaub oder Eis, kann die Mine nicht atmen: Luft kann nicht hinabströmen, um die abgestandene, gefährliche Atmosphäre in der Tiefe zu ersetzen. Ist er blockiert, gibt es keinen anderen Weg für Gase und Wärme.
Der Begriff lag nahe. Sowohl ein Kamin als auch der Schacht eines lum in einer Mine verlassen sich auf den Schornsteineffekt, die auftriebsgesteuerte Luftbewegung durch einen offenen vertikalen Kanal. Hitze, die durch einen Kamin aufsteigt, erzeugt Druck, der Frischluft an der Basis ansaugt und Rauchgase oben hinaus treibt. In einer Mine entsteht natürlicher Zug durch den Temperaturunterschied zwischen den warmen Tiefen und der kühlen Oberfläche, kombiniert mit der Arbeit der Bergleute und eventuellen Heizgeräten. Der lum ist Einlass und Auspuffventil in einem.
Bergbauingenieure unterscheiden verschiedene Arten von lums: den Frischluftlum, durch den Frischluft in die Grubenbaue hinabströmt; den Wetterlum, durch den erhitzte, verbrauchte Luft aufsteigt und entweicht. Eine Mine benötigt mindestens zwei separate Schächte, um eine Zirkulation zu schaffen. Die Effizienz eines lum hängt von seinem Durchmesser, seiner Höhe und davon ab, ob er mit Öfen, Ventilatoren oder anderen Vorrichtungen zur Beschleunigung des Luftstroms ausgestattet ist. Ein gut gestalteter lum kann Tausende Kubikfuß Luft pro Minute bewegen; ein vernachlässigter oder schlecht situierter lum schafft Totpunkte, an denen sich Gas sammelt und Menschen ersticken.
Das Wort selbst stammt aus dem Schottischen und dem Mittelenglischen des Nordens, wo es lange Zeit für Kamin verwendet wurde, bevor der industrielle Bergbau Lüftung zu einer Frage von Leben und Tod machte. Der Bergbau erbte den Begriff und setzte ihn in größerem und kritischerem Maßstab ein. Heute bleibt der lum ein fester Bestandteil der Bergbauterminologie, besonders in Kohleabbauregionen, wo das Wort nie aus dem Gebrauch kam, und wo der Anblick eines hohen Stein- oder Metallschachts über der Schachtanlage genauso ikonisch ist wie die Pumpen und Räder, die einst Wasser aus tiefen Schächten zogen.
The dictionary entry
lum
(noun, mining and extraction)
A chimney; also, the top part of a chimney.