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Crossovers

Ottoman: Vom Möbelstück zur Gewebestruktur

Der Fußhocker, auf dem man die Füße ablegt, trägt denselben Namen wie ein gerippter Stoff, doch auf dem Fabrikgelände sind das völlig unterschiedliche Dinge.

Für die meisten Menschen ist ein Ottoman ein gepolstertes, bezogenes Fußschemel oder niedriger Sitz, oft als Ergänzung zu einem Sessel. Es ist ein Möbelstück, normalerweise ohne Rückenlehne oder Armlehnen, das für Komfort und manchmal auch zur Aufbewahrung gedacht ist. Das Wort selbst stammt vom Osmanischen Reich, dem historischen türkischen Staat, wobei die Verbindung zum Möbelstück eher metaphorisch als praktisch ist.

In der Fertigung, besonders in der Textilindustrie, ist ein Ottoman etwas ganz anderes: ein charakteristisch gemusterter Stoff mit ausgeprägten Rippen oder Kordeln, die quer über die Oberfläche laufen. Diese Rippen entstehen beim Weben durch die Verwendung von schwereren oder dickeren Schussfäden (Querfäden) als Kettfäden (Längsfäden) oder durch ungleichmäßiges Gruppieren von Garnen. Das Ergebnis ist ein Stoff mit ausgeprägter, erhöhter Textur, die Licht und Schatten auffängt. Ottoman-Stoff kann aus reiner Seide oder aus gemischten Garnen wie Baumwolle gemischt mit seideähnlichen Kunstfasern hergestellt werden. Die Rippen laufen typischerweise horizontal über die Stoffbahn.

Die Rippenkonstruktion, die einen Ottoman definiert, ist sowohl ästhetisch als auch funktional. Die Textur verleiht visuelles Interesse und eine besondere Haptik; sie gibt auch Körper und Gewicht zu leichten Stoffen. Wegen dieser Konstruktion fällt Ottoman-Stoff anders als glatte Gewebe. Er wird häufig für Polsterei, Gardinen und formelle Kleidung verwendet. Die ausgeprägten Kordeln machen ihn sofort erkennbar und schwer zu verwechseln mit anderen Rippwebaarten wie Rep oder Grosgrain, die enger oder schmäler sind.

Die Namensteilung entstand wahrscheinlich, weil Waren aus dem Osmanischen Reich, einschließlich luxuriöser Textilien, im 17. und 18. Jahrhundert in Europa hochgeschätzt waren. Das Reich wurde zum Synonym für exotische, hochwertige Stoffe und Möbel. Mit der Zeit bekamen sowohl eine charakteristische Gewebestruktur als auch ein Möbelstil die Bezeichnung Ottoman, allerdings getrennt voneinander. Ein moderner Ottoman-Fußhocker kann mit Ottoman-Stoff bezogen sein oder auch nicht, und Ottoman-Textilien finden sich auf einem Fußhocker kaum; die Assoziation ist historisch bedingt, nicht wörtlich gemeint.

The dictionary entry

ottoman (noun, manufacturing)
A fabric with a pronounced ribbed or corded effect, often made of silk or a mixture of cotton and silk-like yarns.

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