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Quoin: Ein Eckstein mit anderem Namen

In der Architektur ist ein quoin die äußere Ecke eines Gebäudes. In der Druckerei verriegelt es den Satz mit einem scharfkantigen Metaltkeil.

Für die meisten Menschen ist quoin ein architektonischer Begriff: der äußere Winkel einer Mauer oder ein Stein, der diese Ecke bildet. Man sieht quoins an alten Gebäuden, oft aus Werkstein, der vom Rest der Fassade absticht. Das Wort stammt vom Altfranzösischen coin, was Ecke bedeutet, und wird seit Jahrhunderten in Maurerwerk und Steinmetzarbeiten verwendet.

In der Bleisatzdruckerei ist quoin etwas ganz anderes und Mechanischeres. Es ist ein verjüngter Stahlkeil, der den beweglichen Satz in eine Chase (den rechteckigen Stahlrahmen, der den gesamten Satz und die Schnitte für eine Seite hält) verriegelt. Der quoin passt in eine Nut oder einen Platz am Rand der Chase. Wenn der Drucker ihn mit einem quoin key (einer langen Stange, die in den Keil passt) anzieht, wird das Metall nach außen gedrückt und presst den Satz gegen die gegenüberliegende Seite der Chase mit so viel Kraft, dass er unter dem Schlag der Druckmaschine starr bleibt. Ohne ordnungsgemäß angezogene quoins würde der Satz während des Drucks verrutschen und das Druckbild zerstören.

Die architektonische und die druckerische Bedeutung von quoin haben eine gemeinsame visuelle Wurzel: beide beschäftigen sich mit Ecken oder Kanten, und beide geht es darum, ein Teil fest in ein anderes einzupassen. Ein quoin in einem Gebäude ist ein Eckstein, der das Bauwerk zusammenhält; ein quoin beim Drucken ist ein Keil, der den Satz zusammenhält. Aber während der Stein des Maurers passiv und dauerhaft ist, ist der quoin des Druckers aktiv und temporär. Er muss viele Male am Tag angezogen und gelockert werden, und sein Griff muss exakt sein.

Das Druckerhandwerk übernahm dieses architektonische Vokabular früh. Im 16. und 17. Jahrhundert, als der Druck noch ein junges Handwerk war, das sich Sprache von älteren Gewerben lieh, war quoin bereits aus dem Vokabular des Steinmetzen in das des Schriftsetzer übergegangen. Der Keil wurde als eine Funktion ansehend, die dieselbe wie ein Eckstein erfüllt: alles an seinem Platz zu halten. Spätere Druckmaschinen führten mechanische quoins und motorgetriebene quoin-Systeme ein, aber der Name und das Prinzip blieben unverändert.

The dictionary entry

quoin (noun, industrial printing)
A metal wedge which fits into the space between the type and the edge of a chase, and is tightened to fix the metal type in place.

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