Taphole: wo der Ofen "blutet"
Für die meisten Menschen ist ein tap ein Ventil, das man aufdrehen kann. In der Metallurgie ist es ein Loch, das man öffnet, um geschmolzenes Metall abzulassen.
Außerhalb der Fabrik ist ein tap eine Armatur, die den Durchfluss von Wasser oder Gas regelt. Man dreht den Griff, das Ventil öffnet sich, Flüssigkeit oder Luft läuft heraus. Das Wort vermittelt den Eindruck von etwas Kleinem, Häuslichem, Kontrollierbarem. Ein Wasserhahn in der Küche sitzt auf der Spüle. Ein Bierausschank sitzt hinter der Bar.
In einem Hochofen ist das Taphole etwas ganz anderes. Es ist eine Öffnung in der Seite des Ofens, normalerweise aus feuerfestem Material, durch die bei Temperaturen über 1500 Grad Celsius geschmolzenes Metall und Schlacke abgelassen werden. Das Taphole sitzt in der Ofenform, dem untersten Teil des Ofens, wo sich das schwerste Material ansammelt. Wenn Arbeiter den Ofen leeren müssen, öffnen sie das Taphole, indem sie einen Tonpfropfen durchbrechen, der es verschließt. Geschmolzenes Eisen läuft durch Kanäle, die in den Gießereiboden gegraben sind. Die Schlacke, die oben auf dem Metall schwimmt, läuft durch ein zweites Loch höher oben in der Ofenwand ab.
Das Wort tap selbst stammt von einer altenglischen Wurzel, die "schlagen" oder "durchstechen" bedeutet. Man zapft ein Fass an, indem man einen Spund durch seine Seite schlägt. Man zapft einen Baum an, indem man seine Rinde anbohrt. In beiden Fällen schafft man eine kleine Öffnung, um das Innere zu entnehmen. Das Furnace Taphole folgt der gleichen Logik, obwohl Ausmaß und Gefahr unvergleichlich sind. Ein einzelnes Taphole an einem Industrieofen kann in einem einzigen Guss Hunderte von Tonnen Metall abgießen.
Das Taphole ist kein Ventil und keine Armatur. Es kann nicht einfach an und aus geschaltet werden. Bevor es verwendet werden kann, muss es mit Ton verschlossen werden, damit der geschmolzene Inhalt nicht herausläuft. Wenn das Anzapfen beginnen soll, brechen Arbeiter den Pfropfen auf, und die Schwerkraft erledigt den Rest. Wenn das Anzapfen endet, wird das Loch wieder verschlossen, und der Prozess wiederholt sich. Diese wiederholte Öffnung und Schließung über Monate oder Jahre hinweg verschleißt die feuerfeste Ausmauerung. Schließlich wird das Taphole beschädigt oder zu sehr vergrößert, und der Ofen muss abgefahren werden, um den Bereich neu auszumauerungsarbeiten.
Andere Öfen und Metallverarbeitungsgeräte haben ebenfalls Tapholes. In der Stahlherstellung kann ein Elektrolichtbogenofen oder eine Pfanne ein Taphole haben, durch das Stahl gegossen wird. Das Prinzip ist dasselbe: ein bewusst schwacher Punkt, der in Ruhe verschlossen ist und sich öffnet, wenn das Metall fließen muss. Das Wort ist überall dort zum Standard geworden, wo sich geschmolzenes Metall ansammelt und auf kontrollierte Weise geleert werden muss.
The dictionary entry
taphole
(noun, metallurgy)
In a blast furnace, a hole which molten metal or slag is tapped off through.