Tub: vom Badebecken zum Bergbau-Behälter
Für die meisten ist eine Wanne ein Behälter zum Baden, doch für Bergleute war sie ein Metallkasten, der Kohle und Erz nach oben beförderte.
Für alle außerhalb des Bergwerks ist eine tub ein Becken zum Baden, zum Waschen von Kleidung oder zum Lagern von allem Möglichen, von Butter bis Speiseeis. Es ist häuslich, gemütlich, warm. Das Wort hat keine besondere Last außer seiner Form: ein breites, offenes Gefäß, üblicherweise gerundet, das Flüssigkeiten oder Schüttgüter aufnimmt.
Im Bergbau war die tub etwas ganz anderes. Sie war eine starre Metallbox, klein genug, dass eine Person sie beladen konnte, aber groß genug, um ein beträchtliches Gewicht an Kohle oder Erz zu tragen. Bergleute schoben oder zogen diese Behälter über den Grubenboden oder über Schienen zum Schacht. Dort würde ein Seil oder eine Kette die tub senkrecht durch den Schacht an die Oberfläche ziehen, wo sie entleert und leer wieder hinuntergehen konnte. Eine tub war kein Ort zur Erholung, sondern ein Arbeitsgerät, das ständig zwischen Grube und Tageslicht pendelte und die tägliche Förderung nach oben brachte.
Das Wort funktioniert in beiden Fällen gleich: ein hohles Behältnis. Aber die Bergbau-tub verlor die Sanftheit des alltäglichen Sinns. Sie erhielt feste Abmessungen, eiserne oder stahlerne Wände und eine Beziehung zu Zeit und Schwerkraft. Ein Badebecken hält dich still; ein Bergbau-Behälter bewegt dich vorwärts. Die Metapher divergierte nicht einfach, sondern wurde schärfer, tauschte Komfort gegen Kapazität ein, wurde zu einem Stück Industrieinfrastruktur.
Andere Gewerbe haben die tub in weit seltsamere Behälter verwandelt. Im Bauwesen ist ein Sonotube ein zylindrisches Gießrohr aus verdichteter Faser, starr wie ein Bergbau-Behälter, aber zeitweilig und wegwerfbar, zum Formen von Nassbeton in Säulen. In der Elektronik kehrte sich die Logik um: Kathodenstrahlröhren, Elektronenröhren, Nixie-Röhren und Photomultiplier-Röhren sind versiegelte Behälter, aber sie enthalten nicht Kohle, sondern die unsichtbare Bewegung von Elektronen. Sie höhlen die alltägliche tub zu reiner Umhüllung aus, zu einem Behältnis für Phänomene statt für Materialgüter.
Diese Verwandten teilen eine Struktur, aber nichts sonst. Was sie eint, ist der Behälter selbst: die Idee eines begrenzten Raums, der etwas hält oder lenkt oder beschränkt, um es einem Zweck zuzuführen. Im Bergbau war es Gewicht und Reibung. In der Elektronik sind es Potenzial und Stromfluss. Die tub, so gewöhnlich sie ist, erweist sich als eine Form, nach der die Industrie immer wieder greift.
The dictionary entry
tub
(noun, mining and extraction)
A box or bucket in which coal or ore is sent up a shaft.