12mo
Buchformat mit Seiten im Duodezimo-Format.
12mo: ein Buchformat, das pro Bogen zwölffach gefaltet wird
Twelve-mo oder 12mo bezeichnet ein Buchformat, das durch zwölffaches Falten eines bedruckten Bogens entsteht und dabei zwölf Blätter mit insgesamt vierundzwanzig Seiten erzeugt. Der Begriff stammt vom lateinischen duodecimo, was "der Zwölfte" bedeutet. Ein Textdruckbogen von Standardgröße, auf diese Weise gefaltet, ergibt Seiten von etwa 5 × 7,5 Zoll, wobei die genauen Abmessungen je nach Ausgangsbogengröße und dem anschließenden Beschnitt variieren.
Im Druckworkflow wird ein kompletter Druckbogen einmal gefaltet, um zwei Blätter zu erzeugen, dann senkrecht zur ersten Falte erneut gefaltet und schließlich ein drittes Mal gefaltet, um zwölf Blätter zu erreichen. Jede Falte muss präzise sein: ungleichmäßiger Druck oder Feuchtigkeitsaufnahme führt zu Kräuseln, bei denen sich Seiten wölben oder wellig werden, was die Zusammenstellung und Bindung ruiniert. Die innersten Seiten erleiden beim Falten die höchsten Belastungen und sind anfälliger für Knitterungen, wenn das Papier spröde ist oder die Falzkanten nicht vorher richtig gerillt wurden.
Größenstandards und Varianten
Die echten Abmessungen von 12mo hängen vom Ausgangsbogen ab. Im metrischen Druck erzeugt ein gefalteter A1-Bogen (594 × 841 mm) Seiten von etwa 104 × 140 mm; im angloamerikanischen System ergibt ein 25 × 38-Zoll-Bogen vor dem Beschnitt etwa 6,25 × 9,5-Zoll-Seiten. Verlage geben 12mo oft als Formatbezeichnung in ihren Spezifikationen an, aber die tatsächliche Seitenzahl hängt davon ab, wie viele Signaturen (gefaltete Bogen) das Buch enthält. Ein Roman mit 240 Seiten benötigt beispielsweise zehn Signaturen à zwölf Blätter.
Die Beliebtheit von 12mo sank nach der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zugunsten des Oktav-Formats (8vo), das größere Seiten mit weniger Falten erzeugt und die Produktionskomplexität verringert. Dennoch bleibt 12mo in der akademischen und Kunstdruckerei verbreitet, wo das kompakte Format Nachschlagewerke, Lyrik und limitierte Auflagen begünstigt. Ältere Bücher im 12mo-Format sind in Bibliotheksbeständen noch häufig, und das Format bleibt Restauratoren und Antiquaren vertraut, die Bindeweise und Herstellungsverfahren bestimmen müssen.
Der moderne digitale Druck nutzt 12mo selten, da Endlosdruckmaschinen und On-Demand-Workflows mit variablen Bogengrößen arbeiten und nicht auf die Faltsignaturen angewiesen sind, die traditionelle Druckformate definieren. Offset- und Letterpress-Betriebe, die noch gebundene Bücher herstellen, können 12mo für Spezialaufträge vorsehen, müssen aber kompatibles Papiermaterial beschaffen und genaue Rillung sowie Faltung gewährleisten, um Verschnitt und Bindungsfehler zu vermeiden.