Fotosatzmaschine
Englisch: photo machine
Eine Maschine zur fotomechanischen Herstellung von Druckvorlagen.
Fotosatzmaschine: die Brücke zwischen Montage und Film
Eine Fotosatzmaschine ist ein Fotosatzgerät, eine elektromechanische Vorrichtung, die getippte oder digital gespeicherte Texte auf Film oder Fotopapier überträgt und druckfertige Vorlagen für Offsetdruckplatten erzeugt. Sie sitzt zwischen der Tastatur des Schriftsetzers und der Dunkelkammer und automatisiert das, was früher von Hand mit Metall-Lettern und Lichttischen erledigt wurde. Die Maschine projiziert Zeichen bei hoher Geschwindigkeit auf lichtempfindlichen Film, baut dabei vollständige Seiten oder Textspalten mit justiertem Blocksatz auf, ohne dass physische Metall-Sorts nötig sind.
Die meisten Fotosatzmaschinen funktionieren über eine rotierende Zeichenscheibe oder Walze, die alle Buchstaben, Ziffern und Symbole einer Schrift und Größe trägt. Ein Stroboskop-Blitz feuert durch das ausgewählte Zeichen und projiziert es auf Film, der in präzise zeitgesteuerten Abständen an der Linse vorbeibewegt wird. Der Bediener tippt den Text über eine spezielle Tastatur ein, oft nach handschriftlicher Vorlage oder Manuskript. Die Geschwindigkeit lag je nach Modell und je nachdem, ob Silbentrennung und Justierung in Echtzeit oder vorausberechnet erfolgte, zwischen etwa 600 und 8.000 Zeichen pro Minute.
Die Ausgabe ist kontinuierlicher Film oder Bromidpapier, das entwickelt, getrocknet und vor der Montage von Hand in Streifen oder Seiten geschnitten werden muss. Halbton-Bilder und Strichgrafiken benötigen separate Filmerzeugung auf einem Scanner oder Trommelbelichter. Dieser hybride Workflow, der fotografischen Fotosatz mit Montage und mechanischer Zusammenstellung verbindet, prägte den Druck von den 1960er Jahren bis in die 1980er Jahre, bevor die direkte Computer-to-Plate-Technik im Offsetdruck ihn nahezu verdrängte.
Häufige Schwachstellen sind verschlissene Zeichenscheiben, die zu verfälschten oder fahlen Buchstaben führen, Verschluss- oder Blitzausfälle, die Lücken im Ausgabebild hinterlassen, und Registerabweichungen, bei denen aufeinanderfolgende Filmdurchläufe nicht mehr fluchtend ausfallen. Filmgeschwindigkeit, Belichtungszeit und Entwicklerchemie mussten alle in engen Toleranzbereichen gehalten werden. Bediener brauchten Schulung in Tastatur-Satz und in Dunkelkammer-Arbeiten gleichermaßen.
Der Name spiegelt die Kernfunktion der Maschine wider: Sie setzt Schrift mit Hilfe von Fotografie. Fotosatzmaschinen bedeuteten einen echten Sprung in Geschwindigkeit und Flexibilität gegenüber der Handschriftgießerei und dem Linienguss, erforderten aber erhebliche Kapitalinvestitionen und fortlaufend qualifizierte Arbeitskräfte. Sie sind im gewerblichen Druck heute praktisch vollständig obsolet, obwohl einige in Archiven oder Spezialbetrieben bei Nischenarbeiten noch vorhanden sind.