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Bahntechnik

4-6-2

Nach der Whyte-Notation die Radsatzanordnung einer Dampflokomotive mit vier gekuppelten Laufradsätzen, sechs gekuppelten Treibradsätzen und zwei Nachläuferradsätzen.

4-6-2: die häufigste Schnellzug-Dampflokomotive

Eine 4-6-2 ist eine Dampflokomotive, deren Räder von vorne nach hinten wie folgt angeordnet sind: ein vierrädriges Laufgestell vorne, sechs gekuppelte Treibräder und ein zweirädriges Laufgestell hinten. Die Whyte-Notation beschreibt dies durch Zählung der Achsen, nicht der Räder: 4 vorne, 6 Treibachsen, 2 hinten. Diese Anordnung wurde ab den 1910er Jahren bis in die 1950er Jahre zur dominierenden Konstruktion für Schnellzüge auf nordamerikanischen und europäischen Eisenbahnen.

Die vier vorderen Räder (zwei Achsen) drehen als eine Einheit und helfen der Lokomotive, Kurven zu fahren, während der Lokomotivführer die Geschwindigkeit hält. Die sechs Treibräder sind alle durch Stangen miteinander verbunden und werden vom Kessel mit Dampf versorgt; sie erzeugen die Zugkraft. Das hintere Laufgestell mit nur zwei Rädern trägt das Gewicht des Feuerraums und ermöglicht einen größeren, längeren Kessel, als ihn eine 4-4-2 (Ten-Wheeler) tragen könnte. Diese Geometrie erlaubt es Herstellern, mehr Heizfläche und Dampfkapazität auf der gleichen Länge unterzubringen.

Der Lokomotivtyp wurde als Pacific bekannt, ein Name, der 1902 erstmals auf Loks angewendet wurde, die für die Pacific-Linie der Missouri Pacific Railroad gebaut wurden. Die 4-6-2 dominierte den nordamerikanischen Personenverkehr: die New York Central, Pennsylvania Railroad, Chesapeake and Ohio, Southern Pacific und viele andere betrieben hunderte Exemplare. Europäische Eisenbahnen passten die Konstruktion an, oft mit höheren Kesseldrücken (250 psi und darüber) und kleineren Zylindern für engere Lichtraumprofile und schärfere Kurven.

Leistung und Geschwindigkeit im Spannungsfeld

Eine typische amerikanische 4-6-2 konnte beim Anfahren 40.000 bis 50.000 Pfund Zugkraft aufbringen, mit einem Kesseldruck von etwa 200 bis 210 psi. Bei Fahrgeschwindigkeit (oft 80 bis 100 mph auf ebenen Strecken) konnte eine Pacific 12 bis 16 Wagen befördern. Die Konstruktion war ansprechbar, dampfte leicht und war pro Leistungseinheit erheblich leichter als die sechsachsige 2-6-2 Mikado-Bauart, die für Güterzüge vorgesehen war.

Das hintere Laufgestell war auch eine mechanische Schwachstelle: es trug Gewicht, ohne die Lokomotive anzutreiben, und die Drehzapfenlager konnten verschleißen, was zu Spielraum führte und die Kurvenlaufeigenschaften verschlechterte. Viele Eisenbahnen bauten Booster (kleine Motoren) auf die hintere Achse ein, um die Zugkraft beim Anfahren zu erhöhen und eine 4-6-2 faktisch in eine 4-6-4 umzuwandeln, auch wenn die Radzahl gleich blieb.

In den 1940er Jahren wurde Stromlinienverkleidung auf viele Pacifics angewendet, aber auch ohne sie blieb der Typ schnell genug für die Stromlinien-Züge der Ära. Die letzten neuen Pacifics wurden in den späten 1940er Jahren gebaut; die letzte im regulären Dienst in Nordamerika lief in den frühen 1960er Jahren. Einige erhaltene Exemplare fahren noch auf Heritage-Eisenbahnen, und die 4-6-2 bleibt die bekannteste Silhouette der amerikanischen Dampflokomotion.

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